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    Blockchain-Pressespiegel: KI, Stablecoins, XRP und neue Finanzinfrastrukturen

    KI-generiert
    29.07.2026 468 mal gelesen 4 Kommentare Google-News
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    Der aktuelle Blockchain-Pressespiegel zeigt ein Ökosystem im Wandel: KI-Start-ups, Stablecoins und neue Finanzanwendungen rücken stärker in den Mittelpunkt. Blockchain Founders Capital investiert dabei gezielt in junge Unternehmen, die Technologie mit konkreten Lösungen verbinden.
    Auch klassische Finanzinstitute testen neue Modelle: Die Hamburger Volksbank beteiligt sich an einem Blockchain-Pilotprojekt für Genossenschaften. Geno-Mitglieder und Wirtschaftsprüfer sollen Finanzströme transparent und manipulationssicher nachvollziehen können.
    Ondo Finance passt seine Architektur an institutionelle Anforderungen an. Schnelle Handelsprozesse sollen außerhalb der Blockchain stattfinden, während die endgültige Vermögensübertragung öffentlich abgewickelt wird. MultiversX verfolgt dagegen mit Sharding und Proof of Stake weiterhin den Ansatz einer leistungsfähigen Layer-1-Infrastruktur.
    MultiversX setzt auf drei Transaktionsshards, eine koordinierende Metachain und den Token EGLD für Gebühren, Staking und Governance. Das Netzwerk soll rund 30.000 Transaktionen pro Sekunde ermöglichen, steht aber vor Herausforderungen wie Konkurrenz, technischer Komplexität und begrenzter Adoption.
    XRP geriet durch Marktverkäufe, Liquidationen und hohe Tokenbewegungen unter Druck. Gleichzeitig zeigen ETF-Zuflüsse, neue Nutzer und der Ausbau institutioneller Infrastruktur, dass dem kurzfristig schwachen Kurs langfristige Entwicklungen im Ripple-Ökosystem gegenüberstehen. Die zentrale Erkenntnis: Blockchain setzt sich künftig dort durch, wo Geschwindigkeit, Datenschutz, Nachprüfbarkeit und Vertrauen sinnvoll zusammenfinden.

    Von KI-Start-ups und genossenschaftlichen Finanzströmen über neue Blockchain-Architekturen bis zu XRP unter Druck: Der aktuelle Pressespiegel zeigt, wie vielfältig sich das Krypto- und Blockchain-Ökosystem entwickelt. Im Fokus stehen technologische Weichenstellungen, institutionelle Anwendungen und die entscheidenden Signale für den Markt.

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    Blockchain, Stablecoins und KI: Frühphasen-Investor im Fokus

    Die neue Folge des Podcasts „deeptech INSIGHTS“ widmet sich jungen Unternehmen, die Blockchain und Künstliche Intelligenz auf konkrete Anwendungen ausrichten. Wie „Der Aktionär“ berichtet, spricht Podcast-Host Sascha Röhrer mit Sagar Barvaliya, Founding Partner bei Blockchain Founders Capital.

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    Der deutsche Frühphasen-Venture-Capital-Investor unterstützt Start-ups, die Anwendungen auf Basis von Blockchain und KI entwickeln. Im Mittelpunkt steht damit die Perspektive eines Investors, der sich auf junge Unternehmen an der Schnittstelle von Blockchain, KI und praktischen Anwendungen konzentriert.

    „deeptech INSIGHTS“ erscheint laut „Der Aktionär“ immer mittwochs auf Amazon Music, Apple Podcasts, Spotify, YouTube und weiteren Podcast-Plattformen. Die Folge soll Einblicke in die Perspektive eines Frühphasen-Investors auf Blockchain- und KI-Start-ups geben.

    Blockchain und Künstliche Intelligenz eröffnen neue Möglichkeiten für Start-ups und Unternehmen.

    Infobox – Quelle: Der Aktionär

    • Gast: Sagar Barvaliya, Founding Partner bei Blockchain Founders Capital
    • Themen: Blockchain, Künstliche Intelligenz, Start-ups und Investoren
    • Verfügbarkeit: Amazon Music, Apple Podcasts, Spotify, YouTube und weitere Podcast-Plattformen

    Hamburger Volksbank beteiligt sich an Blockchain-Pilot für Genossenschaften

    Die Hamburger Volksbank beteiligt sich laut „FinanzBusiness“ an einem Blockchain-Pilotprojekt für Genossenschaften. Zum Einsatz kommt eine Open-Source-Plattform, die Geno-Mitgliedern sowie Wirtschaftsprüfern einen transparenten und manipulationssicheren Einblick in Finanzströme ermöglichen soll.

    Damit steht die Nachvollziehbarkeit von Finanzströmen im Mittelpunkt des Vorhabens. Die Plattform soll den beteiligten Gruppen Einsicht geben, wobei insbesondere Transparenz und Schutz vor nachträglichen Veränderungen hervorgehoben werden.

    „FinanzBusiness“ ordnet das Projekt in eine Reihe weiterer Blockchain-Anwendungen im Finanzsektor ein. Als verwandte Themen nennt das Portal unter anderem eine dritte Blockchain-Anleihe der KfW sowie ein europäisches Stablecoin-Projekt, an dem auch das Sparkassen-Lager beteiligt ist.

    Weitere Einzelheiten zum Pilotprojekt sind in dem frei zugänglichen Teil des Beitrags nicht enthalten, da der restliche Artikel nur für Abonnenten verfügbar ist.

    Infobox – Quelle: FinanzBusiness

    • Beteiligtes Institut: Hamburger Volksbank
    • Technologie: Open-Source-Blockchain-Plattform
    • Ziel: Transparenter und manipulationssicherer Einblick in Finanzströme
    • Adressaten: Geno-Mitglieder und Wirtschaftsprüfer

    Ondo verabschiedet sich von der klassischen Layer-1-Blockchain

    Ondo Finance hat seine Pläne für eine eigene Layer-1-Blockchain überdacht. Wie „BTC-ECHO“ berichtet, stieß das Unternehmen beim Aufbau der Derivateplattform Ondo Perps auf Anforderungen, die eine klassische Blockchain nach Unternehmensangaben nicht lösen konnte.

    Sensible Handelsdaten sollen nicht vollständig öffentlich einsehbar sein, während Liquidationen und Margenberechnungen in Echtzeit erfolgen müssen. Eine Blockchain würde diese Prozesse vollständig nachvollziehbar machen und zugleich Einbußen bei Geschwindigkeit und Privatsphäre mit sich bringen.

    Die schnelle Handelsausführung soll deshalb künftig außerhalb der Blockchain stattfinden. Erst die endgültige Übertragung der Vermögenswerte wird auf der öffentlichen Blockchain abgewickelt; zuvor waren beide Prozesse miteinander verbunden.

    Die ursprünglichen Pläne werden laut „BTC-ECHO“ jedoch nicht vollständig aufgegeben. Das neue Ondo Network soll als Weiterentwicklung von Ondo Chain dienen, derzeit aber ohne Konsensmechanismus und ohne eigenes dezentrales Netzwerk auskommen und deshalb nach Unternehmensangaben keine Blockchain sein.

    Langfristig plant Ondo Finance eine schrittweise Dezentralisierung. Zusätzliche Prüfer könnten sicherstellen, dass ausschließlich der zuvor veröffentlichte Code ausgeführt wird; auch externe Beobachter werden als mögliche Ergänzung genannt.

    Ob aus dem Ondo Network später eine vollständige Blockchain entsteht, lässt das Unternehmen ausdrücklich offen. Mit der Einführung eines bereits diskutierten Proof-of-Stake-Konsensmechanismus würde sich das Netzwerk wieder stärker dem ursprünglichen Modell annähern.

    Infobox – Quelle: BTC-ECHO

    • Ursprünglicher Ansatz: Ondo Chain als Layer-1-Lösung
    • Neuer Ansatz: Ondo Network ohne Konsensmechanismus und eigenes dezentrales Validatorennetzwerk
    • Grund für die Änderung: Anforderungen an Privatsphäre und Geschwindigkeit bei Ondo Perps
    • Langfristige Option: schrittweise Dezentralisierung und möglicher Proof-of-Stake-Konsensmechanismus

    MultiversX: Sharding, EGLD und eine Infrastruktur für Anwendungen

    Phemex beschreibt MultiversX als leistungsstarke Layer-1-Blockchain mit Proof-of-Stake. Das Netzwerk wurde für Zahlungen, dezentrale Anwendungen, digitale Assets und großskalige Verbraucherplattformen konzipiert.

    Die zentrale Technologie ist Adaptive State Sharding. Dabei werden Transaktionen, Netzwerkaktivitäten und der Blockchain-State auf mehrere Shards verteilt, um eine parallele Verarbeitung zu ermöglichen.

    Das aktuelle Mainnet besteht laut Phemex aus drei Transaktionsshards und einer koordinierenden Metachain. Die Metachain verarbeitet keine regulären Zahlungs- oder Anwendungsaktivitäten, sondern koordiniert unter anderem Shard-Block-Header, Validator-Zuweisungen, Validator- und Staking-Operationen sowie shard-übergreifende Informationen.

    Für den Konsens nutzt MultiversX Secure Proof of Stake. Validatoren werden stake-gewichtet ausgewählt und in kleine Ausschüsse eingeteilt; zufällige Auswahl, regelmäßige Rotation und BLS-Multisignaturen sollen eine schnelle Blockfinalisierung ermöglichen und die Vorhersagbarkeit der Validator-Gruppen erschweren.

    NetzwerkangabeWert
    Transaktionskapazität über die existierenden Transaktionsshardsca. 30.000 Transaktionen pro Sekunde
    Blockzeitsechs Sekunden
    Durchschnittliche Transaktionskostenetwa $0,002
    Validator-Nodesmehr als 3.200

    Phemex weist darauf hin, dass diese Angaben keine Garantie dafür sind, dass jede Anwendung unter allen Bedingungen identische Performance erreicht. Sie sollen vielmehr die leistungsorientierte Architektur des Projekts verdeutlichen.

    Der native Token EGLD übernimmt mehrere Funktionen. Er wird für Netzwerkgebühren, Staking, Validator-Belohnungen, Governance, Smart-Contract-Ausführung und als DeFi-Kollateral eingesetzt.

    Das Staking ist laut Phemex bei unterstützten Providern ab bereits 1 EGLD möglich. Wer das Delegieren beendet, muss etwa zehn Tage warten, bevor die EGLD wieder transferiert werden können.

    Zum Ökosystem gehören unter anderem xPortal, xExchange, native ESDT-Token, Entwickler-Tools und das Sovereign-Chains-Framework. xPortal dient als nicht-verwahrendes Wallet und Finanz-App, während xExchange als dezentrale Börse für Swaps, Liquiditätsbereitstellung, Farms, Token-Staking und neue Projekte beschrieben wird.

    Mit Sovereign Chains sollen individuell anpassbare Blockchains auf Basis der MultiversX-Technologie entstehen. Diese können laut Phemex eigene Ausführung, Ökonomie, Governance, Privatsphäre und Validierung konfigurieren und sich zugleich für gemeinsame Sicherheit, Settlement oder Interoperabilität an MultiversX anbinden.

    Auch die Entwicklung für KI-Agenten wird ausgebaut. Die Dokumentation enthält maschinenlesbare Dokumente und spezialisierte Agentenfähigkeiten, damit KI-Systeme MultiversX-Anwendungen entwickeln, testen und optimieren können.

    Als Risiken nennt Phemex unter anderem eine geringere Zahl an Anwendungen, Blockchain-Liquidität und Entwicklern im Vergleich zu den größten Smart-Contract-Plattformen. Weitere Herausforderungen seien der Wettbewerb im Layer-1-Segment, die Komplexität asynchroner Cross-Shard-Programmierung, mögliche Verwässerung durch neue Emissionen sowie ein bislang nicht vollständig klares Projektprofil.

    MultiversX war früher als Elrond bekannt. Die Umbenennung erfolgte laut Phemex 2022 im Zuge einer erweiterten Vision für digitale Finanz- und Metaverse-Infrastrukturen; ein ökonomisches Upgrade wurde im Dezember 2025 aktiviert.

    Infobox – Quelle: Phemex

    • Architektur: Adaptive State Sharding und Secure Proof of Stake
    • Mainnet: drei Transaktionsshards und eine Metachain
    • Token: EGLD für Gebühren, Sicherheit, Governance und DeFi
    • Produkte: xPortal, xExchange, ESDT-Token, Entwickler-Tools und Sovereign Chains
    • Herausforderungen: Adoption, Wettbewerb, technische Komplexität und Tokenökonomie

    XRP: 1,1 Milliarden XRP bewegt

    XRP ist laut „Börse Express“ am Dienstag unter die Marke von 1,05 Dollar gefallen und hat damit eine wichtige technische Unterstützung unterschritten. Als Auslöser nennt der Beitrag einen breiteren Ausverkauf am Kryptomarkt, Liquidationen und eine Doppel-Top-Formation im Chart.

    Mehr als 150 Millionen XRP wurden von privaten Wallets an Börsen transferiert. Händler werten solche Transfers laut dem Bericht meist als Signal für möglichen Verkaufsdruck.

    KennzahlWert
    Aktueller XRP-Kurs1,08 US-Dollar
    Veränderung im Tagesvergleich+1,51 Prozent
    Veränderung auf Wochensicht-5,59 Prozent
    50-Tage-Durchschnitt1,11 Dollar
    Abstand zum 50-Tage-Durchschnittrund 2,9 Prozent
    Als nächste Unterstützung genannte Zone1,00 bis 1,04 Dollar

    Die US-Notenbankentscheidung am Mittwoch gilt als kurzfristiger Kurstreiber. Neben XRP gaben am Dienstag auch Bitcoin, Ethereum und Dogecoin um rund 2 Prozent nach, nachdem asiatische Technologiewerte eingebrochen waren.

    Innerhalb von 24 Stunden wurden nach Angaben des Beitrags 133.415 Trader liquidiert. Das Gesamtvolumen der Liquidationen belief sich auf 620,81 Millionen Dollar.

    Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten an diesem Handelstag Nettoabflüsse von 11,6 Millionen Dollar. Bei den Ethereum-Pendants wurden dagegen Zuflüsse von 9,23 Millionen Dollar registriert.

    Auf der technischen Seite notiert XRP laut „Börse Express“ unter seinen 50-, 100- und 200-Tage-EMAs. Das Fear-&-Greed-Barometer für den Gesamtmarkt lag zuletzt im Angstbereich.

    Institutionelle Zuflüsse bilden einen Gegenpol zur schwachen Kursentwicklung. US-Spot-XRP-ETFs verbuchten am 27. Juli einen Nettozufluss von 592.470 Dollar; die kumulierten Zuflüsse summierten sich damit auf rund 1,5 Milliarden Dollar bei einem Gesamtnettovermögen von etwa 1 Milliarde Dollar.

    Auch einzelne Finanzinstitute werden im Bericht genannt. Die UBS Group hielt demnach 197.369 Anteile am Volatility-Shares-XRP-ETF im Wert von rund 1,49 Millionen Dollar sowie eine kleinere Position im Grayscale-XRP-Fonds.

    Goldman Sachs hielt im ersten Quartal 2026 noch eine XRP-Position von rund 154 Millionen Dollar, ist laut „Börse Express“ inzwischen aber komplett ausgestiegen und hat das Kapital unter anderem in den Hyperliquid-nahen Token HYPE umgeschichtet.

    Gleichzeitig bewegten große XRP-Halter innerhalb einer Woche rund 1,1 Milliarden XRP im Gegenwert von etwa 1,5 Milliarden Dollar. Der Anteil dieser Halter am zirkulierenden Angebot sank dadurch auf unter 7,9 Milliarden XRP, umgerechnet rund 12 Prozent.

    Auf der Netzwerkseite stieg die Zahl bestätigter Adressen zuletzt im schnellsten Tempo seit März. Der Bericht wertet dies als Hinweis auf neue Nutzer, während die Marke von 1,00 Dollar bislang verteidigt wurde.

    Auch die institutionelle Infrastruktur des Ripple-Umfelds wird ausgebaut. Am 23. Juli ging Ripple Mint als Plattform für das institutionelle Management des Stablecoins RLUSD live.

    Der japanische Finanzkonzern SBI Holdings kündigte außerdem an, seine Tochter SBI Security Solutions in SBI Digital Practice umzubenennen und künftig verstärkt auf das Canton Network zu setzen. Dieses bindet nach Unternehmensangaben mehr als 600 Institutionen und über 6 Billionen Dollar an Vermögenswerten an; die bestehende Ripple-Partnerschaft über SBI Ripple Asia bleibt davon unberührt.

    Infobox – Quelle: Börse Express

    • XRP-Kurs: 1,08 US-Dollar
    • Tagesveränderung: +1,51 Prozent
    • Wochenveränderung: -5,59 Prozent
    • Bewegte XRP-Menge großer Halter: rund 1,1 Milliarden XRP
    • Liquidierte Trader binnen 24 Stunden: 133.415
    • Gesamtvolumen der Liquidationen: 620,81 Millionen Dollar
    • Institutioneller Faktor: Nettozufluss von 592.470 Dollar in US-Spot-XRP-ETFs am 27. Juli

    Blockchain-Pressespiegel: Die wichtigsten Linien

    Die Beiträge zeigen unterschiedliche Einsatzfelder der Blockchain-Technologie. Während Blockchain Founders Capital den Blick auf Start-ups an der Schnittstelle von Blockchain und KI richtet, steht bei der Hamburger Volksbank die transparente und manipulationssichere Einsicht in Finanzströme im Mittelpunkt.

    Ondo Finance passt seine Infrastrukturstrategie an institutionelle Anforderungen an und trennt schnelle Handelsausführung von der späteren Übertragung von Vermögenswerten auf einer öffentlichen Blockchain. MultiversX setzt dagegen weiterhin auf eine eigene skalierbare Layer-1-Architektur mit Sharding und einem breiten Produkt-Ökosystem.

    Der XRP-Bericht von „Börse Express“ verdeutlicht zugleich das Spannungsfeld zwischen kurzfristigem Verkaufsdruck, technischen Schwächesignalen und institutionellen Zuflüssen. Neben den Kursdaten werden dabei die Entwicklung des Ripple-Ökosystems und die zunehmende Aufmerksamkeit institutioneller Akteure hervorgehoben.

    Einschätzung der Redaktion

    Die entscheidende Entwicklung ist die zunehmende Abkehr von pauschalen Blockchain-Versprechen hin zu anwendungsspezifischen Architekturen. Ob KI-Start-ups, Finanzkontrolle oder institutioneller Handel: Erfolgreich wird künftig nicht zwingend die vollständig dezentrale Lösung sein, sondern diejenige, die Datenschutz, Geschwindigkeit, Nachprüfbarkeit und regulatorische Anforderungen sinnvoll verbindet.

    Das stärkt die Perspektive realer Nutzung, erhöht aber zugleich den Bewertungsmaßstab. Technische Leistungsdaten, Tokenbewegungen oder institutionelles Interesse ersetzen keine nachhaltige Nachfrage. Besonders bei XRP und Layer-1-Projekten bleibt daher entscheidend, ob aus Infrastruktur und Kapitalzuflüssen dauerhaft belastbare Anwendungen entstehen.

    Kurzfazit: Blockchain entwickelt sich vom einheitlichen Technologiemodell zu einem differenzierten Baukasten. Der Wettbewerb verlagert sich damit von Schlagworten auf konkrete Nutzbarkeit, Skalierbarkeit und Vertrauen.

    Quellen:

    Hinweis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf dieser Webseite

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    Ich finde bei dem ganzen Thema bleibt am Ende vorallem hängen, das Blockchain wohl immer weniger eine einzelne idee ist sondern eher so ein Werkzeugkasten für alles mögliche. Bei Ondo sieht man ja ganz gut den wiederspruch: schnelle trades und sensible daten lieber nicht öffentlich, aber die endgültige übertragung dann doch auf der chain. Das klingt erstmal vernünftig, auch wenn ich mich frage ob ein system ohne konsensmechanismus dann überhaupt noch wirklich blockchain genannt werden sollte oder ob das nur marketing mit neuem anstrich ist.

    Das Volksbank projekt finde ich ehrlich gesagt spannender als die üblichen kursmeldungen. Wenn Mitglieder und Prüfer Finanzströme wirklich besser nachvollziehen können, wäre das mal ein praktischer nutzen und nicht nur irgendein token der 300 prozent machen soll. Andererseits ist „manipulationssicher“ natürlich auch kein zauberwort, denn irgendwo müssen die daten ja erstmal richtig eingetragen werden. Falsche daten auf einer unveränderbaren chain bleiben ja trotzdem falsche daten, glaube ich jedenfalls.

    Bei MultiversX sind die zahlen schon beeindruckend, 30.000 transaktionen und angeblich nur ein paar cent kosten klingt natürlich super. Aber solche Leistungswerte gelten vermutlich auch nur wenn nicht gerade alle gleichzeitig ihre Katzenbilder und spekulativen tokens verschicken. Die vielen Begriffe wie Sharding, Metachain und Sovereign Chains machen das ganze leider nicht gerade einfacher. Für normale benutzer ist wahrscheinlich entscheidender ob die apps funktionieren und ob man nicht bei jedem schritt zehn verschiedene wallet netzwerke auswählen muss. Das mit den KI-Agenten finde ich interessant, aber momentan klingt es noch ein bischen nach „KI muss jetzt überall rein“, auch wenn keiner genau weis warum.

    XRP zeigt mal wieder das institutionelle zuflüsse und fallende kurse gleichzeitig passieren können. 1,1 milliarden bewegte XRP hört sich dramatisch an, bedeutet aber nicht automatisch das alles verkauft wird. Vielleicht werden die coins auch nur zwischen eigenen wallets verschoben, was bei solchen Meldungen gerne etwas untergeht. Die Liquidationszahlen sind schon heftig, da merkt man wie viele leute mit viel zu viel hebel unterwegs sind. Dann wird aus einem kleinen rückgang gleich ein finanzielles erdbeben und hinterher sind wieder die Wale oder die Notenbank schuld.

    Auch die unterschiedlichen ETF-zahlen finde ich schwer einzuordnen. Ein kleiner täglicher zufluss wirkt in einer Überschrift schnell positiv, sagt aber wenig aus wenn gleichzeitig viel größere summen am markt bewegt werden. Und das Goldman ausgestiegen sein soll, während andere institutionen einsteigen, zeigt wohl eher das große Investoren auch nicht gemeinsam in die gleiche Glaskugel schauen.

    Unterm strich gefällt mir die Einschätzung der Redaktion, das konkrete nutzbarkeit wichtiger wird. Nur weil ein Projekt schnell ist oder ein bekannter name dahinter steht, entsteht noch keine echte Nachfrage. Am Ende müssen die Leute und Firmen die sachen tatsächlich benutzen wollen und nicht nur auf steigende Tokenpreise hoffen. Gerade bei Finanzinfrastruktur wäre mir Transparenz plus Datenschutz lieber als maximale dezentralisierung um jeden preis. Ich verstehe davon sicher nicht alles, aber genau diese Mischformen werden wahrscheinlich erstmal häufiger werden, auch wenn das für die Werbung weniger spektakulär klingt.
    Was mir in den bisherigen Kommentaren noch fehlt, ist der Punkt mit dem Frühphasen-Investor und der Rolle von Podcasts bei diesem ganzen Thema. Klar, ein Podcast ersetzt keine technische Dokumentation und schon gar keine unabhängige Prüfung. Trotzdem finde ich es interessant, ausnahmsweise mal die Perspektive eines Investors zu hören, der sich Start-ups ganz am Anfang anschaut. In dieser Phase geht es ja oft noch gar nicht um fertige Produkte, sondern um die Frage, ob ein Problem überhaupt real ist und ob ein Team es lösen kann.

    Gerade bei Blockchain und KI ist das wichtig, weil beide Begriffe inzwischen fast schon als Etikett auf alles geklebt werden. Ein Start-up kann heute vermutlich leichter Aufmerksamkeit bekommen, wenn es „KI“ oder „Blockchain“ im Namen trägt, selbst wenn der eigentliche Nutzen auch mit einer normalen Datenbank oder einer herkömmlichen Software erreichbar wäre. Ein guter Frühphasen-Investor müsste deshalb eigentlich nicht nur Technik beurteilen, sondern vor allem unterscheiden können, was echte Innovation und was nur gutes Marketing ist. Mich würde bei der Folge daher besonders interessieren, nach welchen Kriterien solche Projekte ausgesucht werden: Geht es um Patente, Nutzerzahlen, Gründerteam, regulatorische Chancen oder am Ende doch hauptsächlich um die Aussicht auf einen großen Exit?

    Die Verbindung von KI und Blockchain klingt auf dem Papier erstmal logisch, ist aber meiner Meinung nach nicht automatisch sinnvoll. KI braucht Daten und Rechenleistung, Blockchain eher nachvollziehbare Regeln, Eigentumsnachweise und gemeinsame Abwicklung. Das sind unterschiedliche Stärken. Vielleicht liegt der Nutzen weniger darin, dass eine KI komplett auf einer Blockchain läuft, sondern eher darin, dass sie über überprüfbare Berechtigungen, Zahlungen oder digitale Identitäten mit anderen Systemen interagieren kann. Ein KI-Agent, der selbstständig eine Zahlung auslöst oder einen Dienst bucht, wirft dann allerdings sofort Fragen auf: Wer haftet bei einem Fehler, woher kommt das Guthaben und wie kann man verhindern, dass ein manipuliertes Modell Unsinn macht?

    Auch die Verfügbarkeit auf vielen Plattformen finde ich nicht ganz unwichtig. Es gibt inzwischen so viele Podcasts, Newsletter und Videos zu Krypto, dass man schnell nur noch in seiner eigenen Blase unterwegs ist. Wenn solche Gespräche halbwegs verständlich erklären, wo die Grenzen der Technologie liegen, wäre das schon ein Mehrwert. Weniger hilfreich sind dagegen Formate, die jede Partnerschaft als Durchbruch und jede Finanzierungsrunde als Beweis für den nächsten Milliardenmarkt verkaufen. Bei Start-ups ist schließlich auch eine hohe Ausfallquote normal, was in der öffentlichen Berichterstattung gern vergessen wird.

    Beim Volksbank-Projekt würde ich außerdem gern wissen, wie die Mitglieder tatsächlich auf diese Finanzströme zugreifen sollen. Transparenz klingt gut, aber Transparenz kann auch bedeuten, dass Nutzer mit einer riesigen Menge an Daten allein gelassen werden. Ein Dashboard mit verständlichen Zusammenfassungen wäre vermutlich wichtiger als die bloße Möglichkeit, jede einzelne Transaktion technisch nachzuverfolgen. Sonst haben am Ende zwar alle theoretisch Einsicht, praktisch versteht aber kaum jemand, was die Zahlen bedeuten. Gerade bei Genossenschaften sollte die Technik die Beteiligung der Mitglieder erleichtern und nicht bloß eine neue Ebene von Fachbegriffen schaffen.

    Spannend wäre auch die Frage, ob die Plattform öffentlich, eingeschränkt öffentlich oder vollständig innerhalb der beteiligten Organisationen betrieben wird. Je nachdem verändern sich nämlich die Vorteile und Risiken erheblich. Eine offene Blockchain kann mehr unabhängige Kontrolle ermöglichen, bringt aber Datenschutz- und Skalierungsfragen mit. Eine private oder konsortiale Lösung ist wahrscheinlich einfacher zu steuern, braucht dafür aber Vertrauen in die Betreiber. Dann ist die Blockchain nicht nutzlos, aber ihr Zweck liegt eher in gemeinsamer Dokumentation zwischen mehreren Parteien als in völliger Dezentralisierung.

    Bei der geplanten dritten Blockchain-Anleihe der KfW und dem europäischen Stablecoin-Projekt sehe ich eine gemeinsame Linie: Institutionen testen die Technik offenbar lieber in klar abgegrenzten Bereichen, statt gleich das komplette Finanzsystem umzustellen. Das erscheint mir auch realistischer. Eine Anleihe oder ein Stablecoin hat einen überschaubaren Anwendungsfall, feste Beteiligte und klare regulatorische Anforderungen. Wenn dabei Vorteile bei Abwicklung, Abgleich und Abrechnung entstehen, kann man daraus langsam weitere Anwendungen ableiten. Der große Wandel kommt dann vielleicht nicht durch einen spektakulären Start, sondern durch viele kleine Prozesse, die irgendwann einfach im Hintergrund auf solchen Systemen laufen.

    Was mir ebenfalls noch auffällt, ist die Bedeutung der Umbenennung von Elrond zu MultiversX. Solche Namenswechsel sind in der Branche ja nichts Ungewöhnliches, aber sie zeigen, wie stark Projekte ihre Erzählung anpassen. Aus einer schnellen Blockchain für bestimmte Anwendungen wird plötzlich eine umfassende Infrastruktur für Metaverse, digitale Finanzen, eigene Chains und jetzt auch KI-Agenten. Das kann eine sinnvolle strategische Erweiterung sein, macht es für Außenstehende aber schwer, den ursprünglichen Kern zu erkennen. Bei jedem zusätzlichen Baustein stellt sich die Frage, ob er tatsächlich genutzt wird oder nur in der Präsentation gut aussieht.

    Die Zahl von mehr als 3.200 Validator-Nodes klingt zunächst beeindruckend, sagt allein aber noch nicht alles über die tatsächliche Verteilung der Kontrolle aus. Entscheidend wäre, wie viel Stimmgewicht bei den größten Staking-Anbietern, Börsen oder einzelnen Gruppen liegt. Auch bei einer technisch ausgefeilten Auswahl der Validatoren bleibt die ökonomische Konzentration ein Thema. Ein Netzwerk kann also viele Nodes haben und trotzdem relativ stark von wenigen großen Akteuren abhängig sein. Genau solche Angaben gehören für mich neben TPS und Transaktionskosten in jede vernünftige Projektbeschreibung.

    Dass MultiversX mit Sovereign Chains eigene Ausführungslogik, Governance und Privatsphäre ermöglichen will, finde ich grundsätzlich interessant. Gleichzeitig entsteht damit aber eine Art Baukasten, bei dem die Vergleichbarkeit immer schwieriger wird. Wenn jede Anwendung ihre eigene Ökonomie und Validierung festlegt, ist nicht mehr automatisch klar, welches Sicherheitsniveau tatsächlich besteht. Für Entwickler kann diese Flexibilität sehr attraktiv sein, für Nutzer wird die Frage nach den Risiken jedoch komplizierter. Am Ende müsste man wahrscheinlich für jede einzelne Sovereign Chain prüfen, wer sie betreibt, wie Upgrades beschlossen werden und was bei einem Fehler passiert.

    Bei der KI-Integration würde ich außerdem gern sehen, ob wirklich schon produktive Anwendungen existieren oder ob bisher vor allem Dokumentationen für Agenten bereitgestellt werden. Maschinenlesbare Unterlagen sind ein sinnvoller Anfang, aber der Weg von einer Dokumentation zu einem zuverlässigen autonomen System ist ziemlich weit. Ein KI-Agent kann zwar Code generieren und Tests ausführen, aber dadurch wird er noch nicht automatisch zu einem guten Entwickler. Gerade bei Finanztransaktionen sollte man vorsichtig sein, wenn Systeme eigenständig Verträge auswählen oder Geld bewegen dürfen.

    Die Risiken bei MultiversX werden im Artikel immerhin ausdrücklich genannt, vor allem die geringere Liquidität und die kleinere Zahl an Entwicklern im Vergleich zu den größten Plattformen. Das ist für mich ein zentraler Punkt. Technische Leistungsfähigkeit bringt wenig, wenn Nutzer ihre Vermögenswerte nicht problemlos bewegen können oder Entwickler keine ausreichenden Bibliotheken, Beispiele und Nutzer erreichen. Viele Layer-1-Projekte scheitern ja nicht daran, dass sie technisch zu langsam sind, sondern daran, dass ihnen ein dauerhaftes Ökosystem fehlt. Ein günstiger und schneller Block allein erzeugt noch keine Nachfrage.

    Insgesamt würde ich deshalb nicht nur fragen, wie viele Transaktionen ein Netzwerk theoretisch schafft, sondern wie viele davon aus echten Anwendungen stammen. Sind es Zahlungen, Spiele, Handelsgeschäfte, Identitätslösungen oder hauptsächlich Tokenbewegungen und Staking? Das ist keine Kritik an MultiversX im Besonderen, sondern ein allgemeines Problem bei Leistungsangaben. Ein Rennwagen ist auch nicht automatisch das bessere Transportmittel, wenn niemand damit regelmäßig fahren kann oder will.

    Unterm Strich finde ich den Artikel gerade wegen dieser unterschiedlichen Ebenen interessant. Der Podcast steht für die Suche nach neuen Geschäftsmodellen, das Volksbank-Projekt für vorsichtige institutionelle Erprobung, MultiversX für technische Skalierung und XRP für die tägliche Realität aus Kursen, Liquidität und Marktstimmung. Vielleicht ist genau diese Mischung ein besseres Bild der Branche als die üblichen Schlagzeilen über den nächsten großen Durchbruch. Vieles wird vermutlich unspektakulärer, stärker reguliert und stärker auf konkrete Abläufe zugeschnitten sein, als es die Krypto-Werbung gerne verspricht. Das muss aber nicht schlecht sein: Wenn die Technik am Ende einfach funktioniert und niemand mehr bei jedem Schritt das Wort Revolution bemühen muss, wäre schon einiges gewonnen.

    NutzenNerd
    Der Podcast-Teil kommt mir in der Diskussion bisher etwas zu kurz. Gerade bei Frühphasen-Investoren wäre spannend, nach welchen Kriterien sie echte Anwendungen von den üblichen KI- und Blockchain-Buzzwords unterscheiden. Am Ende entscheidet ja nicht die Kombination der Schlagworte, sondern ob daraus ein Produkt entsteht, für das jemand wirklich bezahlt.
    Der Punkt mit dem Podcast und den Frühphasen-Investoren kommt mir in den bisherigen Kommentaren tatsächlich etwas zu kurz. Ich finde es nämlich interessant, dass hier nicht nur über fertige Netzwerke oder Token gesprochen wird, sondern über die Auswahl der Projekte ganz am Anfang. Gerade bei Blockchain und KI ist die Gefahr groß, dass man sich von schönen Schlagworten blenden lässt. Ein Start-up kann technisch beeindruckend wirken und trotzdem kein echtes Problem lösen, für das später jemand bezahlt. Umgekehrt sind die nützlichsten Anwendungen vielleicht gar nicht besonders spektakulär und tauchen deshalb in den großen Überschriften kaum auf.

    Bei solchen Investoren würde mich deshalb weniger interessieren, welche Technologie gerade als Nächstes gehypt wird, sondern nach welchen Kriterien sie zwischen einer guten Idee und einer gut präsentierten Idee unterscheiden. Gibt es bereits Kunden? Wird ein bestehender Prozess wirklich günstiger oder schneller? Und braucht man dafür tatsächlich eine Blockchain oder nur eine vernünftige Datenbank mit guten Schnittstellen? Diese Fragen klingen banal, sind aber vermutlich wichtiger als die nächste Präsentation über autonome KI-Agenten, die angeblich ganze Finanzmärkte neu ordnen.

    Die Verbindung von KI und Blockchain ist für mich trotzdem nicht grundsätzlich unsinnig. KI kann Daten auswerten, Abläufe automatisieren und vielleicht auch Transaktionen vorbereiten. Die Blockchain könnte dann als nachvollziehbare Ebene dienen, auf der bestimmte Ergebnisse oder Berechtigungen dokumentiert werden. Aber auch da sollte man genau hinschauen. Ein KI-System, das fehlerhafte oder manipulierte Informationen verarbeitet, wird durch eine unveränderbare Speicherung nicht plötzlich zuverlässig. Wenn ein Agent selbstständig handeln darf, kommen außerdem Fragen nach Haftung, Zugriffsschutz und Limits dazu. Wer ersetzt den Schaden, wenn der Agent einen Vertrag falsch interpretiert oder in einer kurzen Zeit tausende falsche Transaktionen ausführt?

    Der Hinweis auf die weiteren Projekte im genossenschaftlichen und institutionellen Bereich gefällt mir ebenfalls. KfW-Anleihen und Stablecoins im Umfeld der Sparkassen zeigen, dass die etablierten Finanzhäuser offenbar nicht mehr nur beobachten, sondern verschiedene Modelle praktisch testen. Allerdings ist ein Pilotprojekt noch lange kein Beweis dafür, dass sich die Lösung im Alltag durchsetzt. Bei Banken zählt am Ende nicht nur, ob etwas technisch funktioniert, sondern auch, ob es in die vorhandenen Abläufe, Prüfpflichten und rechtlichen Strukturen passt. Gerade dort können kleine organisatorische Details mehr Zeit kosten als die eigentliche Programmierung.

    Was mich bei dem Genossenschaftsprojekt zusätzlich beschäftigt, ist die Frage, wer die Transparenz konkret bekommt. Ein vollständiger Einblick für alle klingt zunächst gut, kann bei Finanzströmen aber auch sensible Informationen offenlegen. Mitglieder, Prüfer, Vorstand und externe Dienstleister haben vermutlich nicht alle dieselben Rechte. Eine brauchbare Lösung müsste daher nicht nur unveränderbare Daten liefern, sondern auch sauber regeln, wer welche Daten sehen und auswerten darf. Transparenz ist schließlich nicht automatisch dasselbe wie totale Öffentlichkeit.

    Bei MultiversX wird im Artikel immerhin erwähnt, dass die hohen Leistungswerte keine Garantie für jede einzelne Anwendung sind. Genau dieser Hinweis ist wichtig, weil Transaktionen pro Sekunde häufig wie eine einzige Qualitätskennzahl behandelt werden. In der Praxis zählen aber auch Ausfallzeiten, Entwicklerfreundlichkeit, Liquidität und die Frage, wie kompliziert ein Wechsel zwischen den Shards tatsächlich ist. Wenn eine Anwendung theoretisch zehntausende Transaktionen verarbeiten kann, aber die Programmierung durch Cross-Shard-Kommunikation unnötig kompliziert wird, ist der Vorteil für viele Teams schnell wieder kleiner. Technik kann auf dem Papier hervorragend aussehen und in der täglichen Nutzung trotzdem an Kleinigkeiten scheitern.

    Auch die Zahl von mehr als 3.200 Validator-Nodes würde ich nicht isoliert bewerten. Entscheidend ist doch, wie verteilt diese Nodes tatsächlich sind und ob viele davon bei denselben Anbietern oder in denselben Regionen stehen. Eine hohe Anzahl klingt dezentral, sagt aber allein noch nicht viel über die Unabhängigkeit des Netzwerks aus. Dasselbe gilt für Governance und Tokenverteilung. Wenn wenige große Akteure einen großen Teil des Stakes kontrollieren, kann ein System trotz vieler sichtbarer Teilnehmer relativ konzentriert bleiben.

    Die zehn Tage Wartezeit beim Unstaking sind ebenfalls ein Detail, das in der Werbung gerne untergeht. Für langfristige Anleger mag das kein großes Problem sein, aber bei schnell wechselnden Marktbedingungen sollte man diese Bindung zumindest verstehen. Außerdem wäre interessant, wie sich neue Emissionen und Belohnungen auf den tatsächlichen Wert für Nutzer auswirken. Niedrige Gebühren sind schön, aber wenn die Tokenökonomie gleichzeitig dauerhaft Verkaufsdruck erzeugt, ist die Rechnung nicht ganz so einfach. Ein günstiges Netzwerk muss nicht automatisch eine gute Anlage sein und ein wertvoller Token ist nicht automatisch ein gutes Netzwerk.

    Beim XRP-Teil finde ich neben den Kursbewegungen vor allem den Gegensatz zwischen den institutionellen Meldungen bemerkenswert. UBS hält bestimmte ETF-Anteile, Goldman Sachs soll ausgestiegen sein, Ripple baut mit RLUSD eine Infrastruktur auf und SBI richtet seinen Blick stärker auf Canton. Das wirkt weniger wie ein einheitlicher institutioneller Trend als wie ein Markt, in dem verschiedene Unternehmen unterschiedliche Wetten eingehen. Die bloße Erwähnung eines bekannten Namens sollte daher nicht sofort als Zustimmung zur gesamten XRP-These verstanden werden. Ein Fonds kann ein Produkt aus technischen oder taktischen Gründen halten, während ein anderes Institut zur selben Zeit umschichtet.

    Auch die ETF-Zahlen verdienen meiner Ansicht nach mehr zeitlichen Kontext. Ein Zufluss von einigen hunderttausend Dollar an einem einzelnen Tag kann positiv sein, sagt aber wenig über die Stabilität der Nachfrage aus. Man müsste wissen, wie sich die Zuflüsse über Wochen und Monate entwickeln, wie hoch die Gebühren sind und ob Anleger nur kurzfristig auf einen Kursanstieg spekulieren. Bei institutionellen Produkten kommt außerdem hinzu, dass gemeldete Positionen nicht immer aktuell sind und sich die Strategie zwischen zwei Berichtszeitpunkten schon wieder verändert haben kann.

    Die Meldung über Goldman Sachs finde ich deshalb eher als Beispiel für die Unsicherheit großer Marktteilnehmer interessant. Wenn ein großes Institut aussteigt und in einen anderen Krypto-nahen Token wechselt, beweist das weder, dass XRP erledigt ist, noch dass HYPE automatisch die bessere Wahl ist. Es zeigt zunächst nur, dass Kapital innerhalb eines sehr spekulativen Umfelds umverteilt wird. Solche Umschichtungen werden in Schlagzeilen gern als klare Botschaft verkauft, obwohl die tatsächlichen Gründe vielschichtig sein können.

    Bei den 133.415 liquidierten Tradern liegt für mich die wichtigste Lehre nicht in der Zahl selbst, sondern im Verhalten dahinter. Offenbar gehen weiterhin sehr viele Menschen mit hohen Hebeln in einen Markt, der innerhalb weniger Stunden von Notenbankentscheidungen, Techniksignalen und großen Transfers bewegt werden kann. Da hilft dann auch die beste Analyse nicht mehr, wenn eine Position so groß ist, dass ein normaler Rücksetzer zur Zwangsauflösung führt. Vielleicht wäre es sinnvoller, weniger über die angeblich nächste Kursmarke zu sprechen und mehr darüber, wie solche Risiken überhaupt entstehen.

    Insgesamt finde ich die Entwicklung zu verschiedenen Architekturmodellen plausibel. Nicht jede Anwendung braucht maximale Dezentralisierung, und nicht jede institutionelle Anwendung kann sämtliche Daten öffentlich ablegen. Gleichzeitig sollte man die Begriffe nicht beliebig verwenden, nur damit ein Projekt besser ins Blockchain-Narrativ passt. Für Nutzer wäre es hilfreich, wenn Anbieter offen sagen, welche Teile zentral betrieben werden, wo Vertrauen notwendig ist und wie eine spätere Dezentralisierung konkret aussehen soll. „Vielleicht irgendwann Proof of Stake“ ist als Perspektive interessant, aber noch keine Eigenschaft des heutigen Systems.

    Am Ende entscheidet sich der Erfolg vermutlich weniger an der Frage, ob etwas formal eine Blockchain ist, sondern daran, ob Menschen der Infrastruktur dauerhaft vertrauen und sie tatsächlich verwenden. Dafür braucht es nachvollziehbare Regeln, stabile Anwendungen, vernünftige Sicherheitsmodelle und eine Tokenökonomie, die nicht nur auf neue Käufer angewiesen ist. Der Pressespiegel zeigt immerhin, dass die Branche inzwischen mehr über konkrete Finanzprozesse, Datenschutz und institutionelle Abläufe spricht. Das ist vielleicht weniger aufregend als die nächste Kursexplosion, aber vermutlich der deutlich wichtigere Schritt.

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