Nein, Banken sind durch den Bitcoin nicht in Gefahr!

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Eines der größten Missverständnisse unter Bitcoin-Enthusiasten ist, dass der Bitcoin das globale Bankensystem dem Boden gleichmachen wird. Bitcoin wird als eine Art Messias angesehen, der auf die Erde kam, um uns von den korrupten Bankern zu erlösen. Hat er aber wirklich das Potenzial dazu? Nein, das hat er nicht.

Der Bitcoin soll uns, vielen seiner Anhänger zufolge, von unseren Problemen erlösen. Denn – so die Logik – er wird die Banken abschaffen. Die Argumente dieser Personen gehen in folgende Richtung: Der Bitcoin erlaubt einen Geldtransfer von Person zu Person. Banken können nicht mehr als Mittler auftreten, also fallen sie weg. So weit, so gut.

Aber sind Banken wirklich nur dazu da, Geldtransfers abzuwickeln? Nein. Ein Blick zurück in die Geschichte des Bankenwesens gibt uns hier Aufschluss. Historisch gesehen, von der florenzer Medici Familie angefangen, bestand die Funktion des Bankenwesens darin, Kredite auszugeben. Banker verliehen also Geld und erhielten dafür im Gegenzug nach einer gewissen Zeit das Geld plus Zinsen wieder zurück. Ein lukratives Geschäft.

Banken wurden immer einflussreicher, da kaum ein anderer Geschäftsbereich so rentabel war. Ihr Einluss erlaubte den Bankern, sich mehr und mehr zu institutionalisieren. Insbesondere nach der industriellen Revolution sahen Geschäftsmänner ein, wie wichtig die Aufnahme von Kredit zur Vergrößerung ihrer Firmen war. Je abhängiger die Marktteilnehmer von Banken wurden, desto mächtiger wurden diese.

Einen signifikanten Machtzuwachs erfuhren Banken aber vor allem nach dem sogenannten Nixon-Schock. Der ehemalige US-Präsident Richard Nixon schaffte den Goldstandard ab und bahnte Banken damit faktisch den Weg, fortan Geld aus dem Nichts zu schaffen.

Noch mehr Macht erhielten Banken dann schlussendlich durch die Erfindung der Kreditkarte. Seitdem wird jede nicht in Bar vollzogene Transaktion über Banken abgewickelt. Damit kontrollieren sie de facto den gesamten Geldfluss einer Volkswirtschaft.

Existenz von Banken ist nicht in Gefahr

Tatsächlich ist der Bitcoin eine Art digitaler Goldstandard, denn mehr als 21 Millionen wird es niemals geben. So steht es im Protokoll. Eine Etablierung des Bitcoins würde also den Nixon-Schock aushebeln. Aber bedeutet das auch, dass Banken an sich in Gefahr sind? Nein.

Selbst wenn Bitcoin die alleinige Weltwährung stellen würde, hätten Banken ihren Platz in der Welt. Denn es wird in einer industriellen Volkswirtschaft wie der unseren immer den Bedarf zur Aufnahme von Krediten geben. Institutionen mit viel Geld wüssten die Gunst der Stunde zu nutzen und würden Bitcoins für Zinsen verleihen. Dieser Mechanismus ist durch den Bitcoin keineswegs in Gefahr.

Das eigentliche Potenzial von Bitcoin

Ist der Bitcoin also nichts wert? Der Wert des Bitcoins liegt darin, dass er die Möglichkeit eröffnet über das eigene Geld frei zu verfügen. Banken können einem das Konto nicht einfrieren (wie 2010 mit Wikileaks geschehen) und sie können auch nicht beliebig Geld aus dem Nichts schaffen. Sie werden in ihrem Einflussbereich also wieder zurück ins 19. Jahrhundert geworfen – abgeschafft werden sie aber nicht.

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1 Kommentar

  1. Falsch! Das Zinssystem funktioniert nicht mit Bitcoin. Angenommen ich besitze alle 21Mio. Bitcoin und verleihe sie für 1 Jahr und 10% Zins. Nach einem Jahr bekomme ich dann 21,21Mio. Bitcoin von dir zurück. Wie soll das gehen???

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