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    EZB und Japan treiben Blockchain im Finanzsystem voran, Riot baut KI-Infrastruktur aus

    KI-generiert
    29.08.2026 464 mal gelesen 2 KommentareGoogle-News
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    Blockchain wird zur Finanzinfrastruktur: EZB-Direktorin Isabel Schnabel fordert, dass Zentralbanken „on-chain“ gehen. So könnten Liquidität, Geldpolitik und tokenisierte Vermögenswerte effizienter abgewickelt werden.
    Die EZB arbeitet bereits an Lösungen: Pontes soll Blockchain-Plattformen mit dem bestehenden Zahlungssystem verbinden, während Appia Standards und Regeln für tokenisierte Märkte untersucht. Ziel ist, Zentralbankgeld gegenüber privaten Stablecoins relevant zu halten.
    Auch Japan plant den nächsten Schritt: Aktien und Staatsanleihen könnten künftig rund um die Uhr über Blockchain abgewickelt werden. Ein Fahrplan soll bis zum ersten Quartal 2027 entstehen, die Einführung wäre frühestens nach 2030 möglich.
    Riot Blockchain diversifiziert derweil über das Bitcoin-Mining hinaus und baut Rechenzentren für künstliche Intelligenz aus. Eine Finanzierung über 573 Millionen US-Dollar unterstützt das 191-Megawatt-Projekt in Rockdale, während Verträge mit Anthropic und AMD insgesamt 241 Megawatt sichern.
    Die Entwicklung bringt Chancen, aber auch Risiken: Riot meldete im zweiten Quartal 2026 zwar 174,2 Millionen US-Dollar Umsatz und mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar liquide Mittel, die Aktie fiel jedoch um 7,6 Prozent. Entscheidend wird sein, ob Blockchain-Projekte regulatorisch, technisch und wirtschaftlich zuverlässig umgesetzt werden.

    Blockchain erreicht die nächste Stufe der Finanzinfrastruktur: EZB-Direktorin Isabel Schnabel fordert digitale Zentralbankprozesse, Riot Blockchain investiert Milliarden in KI-Rechenzentren und Japan plant die Abwicklung von Aktien und Staatsanleihen rund um die Uhr. Der Pressespiegel zeigt, wie Zentralbanken, Unternehmen und Regierungen die Grenzen zwischen Krypto, Kapitalmarkt und digitaler Infrastruktur neu definieren.

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    EZB-Direktorin Schnabel fordert Blockchain-Einführung für Zentralbanken

    Die Europäische Zentralbank sollte Blockchain-Technologie einführen, um ihre zentrale Rolle im Finanzsystem zu behalten. Das erklärte EZB-Direktorin Isabel Schnabel laut IndexBox bei ihrer Rede auf dem Jackson-Hole-Wirtschaftssymposium am Freitag.

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    Zentralbanken weltweit sehen sich demnach mit dem Wachstum des blockchainbasierten Finanzwesens konfrontiert. Transaktionen werden dabei über verteilte digitale Ledger abgewickelt, anstatt die traditionelle Marktinfrastruktur zu nutzen. Schnabel sprach sich dafür aus, dass die EZB und andere Zentralbanken ebenfalls „on-chain“ gehen, um Liquidität bereitzustellen und geldpolitische Operationen mit der Technologie durchzuführen.

    Nach ihrer Einschätzung müssen Zentralbanken ihr Geld in die tokenisierte Umgebung bringen und ihre Instrumente zur Umsetzung der Politik modernisieren. Dadurch könne die Rolle von Zentralbankgeld gegenüber privaten Alternativen wie Stablecoins bewahrt werden. Stablecoins sind an traditionelle Währungen gekoppelte Token und werden zunehmend für Abwicklungen verwendet.

    Unter Berufung auf aktuelle Forschung verwies Schnabel auf die Möglichkeit programmierbarer Transaktionen. Diese könnten Zentralbanken bei der Bereitstellung von Liquidität agiler machen. Als Beispiele nannte sie differenzierte Zinssätze und die Automatisierung von Besicherungsanforderungen.

    Als mögliche Struktur schlug Schnabel ein einziges europäisches Ledger vor, auf dem Zentralbankgeld, privates Geld und Finanzanlagen abgewickelt werden. Sie verwies dabei auf Südkoreas Projekt Hangang. Alternativ könnten mehrere Ledger miteinander verbunden werden, um zu kommunizieren und plattformübergreifende Transaktionen zu verarbeiten.

    Die EZB arbeitet laut IndexBox bereits an der Integration von Blockchain in ihr Zahlungssystem. Die Pontes-Initiative soll Distributed-Ledger-Plattformen mit der bestehenden Zahlungsinfrastruktur verbinden. Das parallele Projekt Appia untersucht die langfristige Architektur, Standards und den rechtlichen Rahmen für einen europäischen Markt für tokenisierte Vermögenswerte.

    „Die Europäische Zentralbank sollte Blockchain-Technologie einführen, um ihre zentrale Rolle im Finanzsystem zu behalten“, so die von IndexBox wiedergegebene Position von EZB-Direktorin Isabel Schnabel.

    Zusammenfassung: IndexBox berichtet, dass Isabel Schnabel eine stärkere Nutzung von Blockchain durch die EZB und andere Zentralbanken befürwortet. Im Mittelpunkt stehen die Bereitstellung von Liquidität, programmierbare Transaktionen und die Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte.

    Riot Blockchain bindet 241 Megawatt für Anthropic und AMD

    Riot Blockchain hat laut Börse Express eine vorrangig besicherte Kreditfazilität in Höhe von 573 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die Tochtergesellschaft Riot DC Logistics, LLC erhielt die Finanzierung von einer durch Morgan Stanley angeführten Bankengruppe.

    Die Finanzierung ist als Projektfinanzierung ohne Rückgriffsmöglichkeit auf die Muttergesellschaft strukturiert. Die Mittel sollen direkt in das 191-Megawatt-Projekt in Rockdale fließen und dort die Kosten für Ausrüstung und Infrastruktur decken.

    Mit dem Ausbau verfolgt Riot Blockchain die Strategie, sich über das klassische Bitcoin-Mining hinaus als Infrastrukturdienstleister für künstliche Intelligenz zu positionieren. Vor rund zwei Wochen schloss das Unternehmen laut Börse Express einen 20-Jahres-Vertrag mit dem KI-Spezialisten Anthropic ab.

    Die Vereinbarung mit Anthropic umfasst eine Kapazität von 191 Megawatt am Standort Rockdale. Medienberichten zufolge könnte der Vertrag über die gesamte Laufzeit einen Umsatz zwischen 9,1 Milliarden und 9,8 Milliarden US-Dollar generieren.

    Parallel arbeitet Riot Blockchain mit dem Chiphersteller AMD zusammen. Die ersten 25 Megawatt für AMD wurden laut Börse Express termingerecht und im Rahmen des Budgets bereitgestellt. Eine Erweiterung um zusätzliche 25 Megawatt befindet sich bereits im Bau.

    Zusammengenommen beläuft sich die vertraglich gebundene Kapazität für Anthropic und AMD damit auf 241 Megawatt. Der Ausbau der Daten-Infrastruktur soll die Abhängigkeit von der Volatilität des Kryptomarktes verringern, während das klassische Mining-Geschäft zuletzt unter Kostendruck stand.

    KennzahlAngabe
    Projektfinanzierung573 Millionen US-Dollar
    Projekt in Rockdale191 Megawatt
    Vertrag mit Anthropic20 Jahre
    Anthropic-Kapazität191 Megawatt
    AMD-Kapazität25 Megawatt bereitgestellt, zusätzliche 25 Megawatt im Bau
    Vertraglich gebundene Gesamtkapazität241 Megawatt

    Für das zweite Quartal 2026 meldete das Unternehmen laut Börse Express einen Gesamtumsatz von 174,2 Millionen US-Dollar. Das entsprach einem Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auf das wachsende Segment der Rechenzentren entfielen 23,2 Millionen US-Dollar.

    Trotz eines Nettoverlustes, der laut Bericht vor allem auf höhere Betriebskosten und Wertminderungen zurückzuführen war, verfügte Riot Blockchain zum Quartalsende über flüssige Mittel von mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar. Die finanzielle Ausstattung soll den weiteren Ausbau der Rechenzentren unterstützen.

    Auch Analysten reagierten auf die Neuausrichtung. Morgan Stanley hob Mitte August das Kursziel von 36 auf 43 US-Dollar an und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Macquarie erhöhte sein Kursziel am 12. August von 30 auf 35 US-Dollar und bewertete die Aktie weiterhin mit „Outperform“. Bernstein verwies auf das Potenzial des Anthropic-Deals als maßgeblichen Treiber für die Bewertung.

    Zusätzliche Planungssicherheit entstand laut Börse Express im regulatorischen Umfeld. Vor zehn Tagen erklärte der texanische Gouverneur Greg Abbott, dass Riot Platforms die neuen Standards und Richtlinien für Rechenzentren im Bundesstaat erfülle.

    An der Börse wurde die Entwicklung dennoch mit Vorsicht aufgenommen. Die Aktie von Riot Blockchain notierte am heutigen Freitag bei 16,51 Euro, was einem Rückgang von 7,6 Prozent entsprach. Seit Jahresbeginn wies der Wert dennoch ein Plus von 46 Prozent auf. Die Marktkapitalisierung belief sich aktuell auf rund 6,86 Milliarden Euro.

    Zusammenfassung: Börse Express stellt die 573-Millionen-US-Dollar-Finanzierung, das 191-Megawatt-Projekt in Rockdale und die vertraglich gebundenen 241 Megawatt für Anthropic und AMD in den Mittelpunkt. Trotz eines Kursrückgangs von 7,6 Prozent und eines Nettoverlustes verfügt Riot Blockchain laut Bericht über mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar an flüssigen Mitteln.

    Japan plant blockchainbasierte Abwicklung von Aktien und Staatsanleihen

    Japan arbeitet laut CoinPro.ch an einem blockchainbasierten System, über das Aktien und Staatsanleihen künftig rund um die Uhr abgewickelt werden könnten. Das Vorhaben befindet sich dem Bericht zufolge noch in der Planungsphase.

    Im Mittelpunkt steht nicht der eigentliche Handel, sondern die Abwicklung der Transaktionen. Während klassische Finanzsysteme häufig an Geschäftszeiten und verschiedene Zwischenstellen gebunden sind, könnten digitale Register Transaktionen nahezu in Echtzeit und unabhängig von Börsenöffnungszeiten ermöglichen.

    An dem Projekt arbeiten laut CoinPro.ch das japanische Finanzministerium, die Finanzaufsicht FSA, die Bank of Japan sowie zahlreiche Geschäftsbanken und Finanzdienstleister gemeinsam. Die Beteiligung staatlicher Institutionen und privater Unternehmen unterstreiche die strategische Bedeutung der geplanten Infrastruktur.

    Ein sofortiger Start ist nicht vorgesehen. Laut dem von CoinPro.ch zitierten Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei soll zunächst bis zum ersten Quartal 2027 ein umfassender Fahrplan erstellt werden.

    Dieser Fahrplan soll die technische Architektur, die verwendete Blockchain und die Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen definieren. Mit einer Einführung wird frühestens nach 2030 gerechnet.

    Die geplante Infrastruktur könnte später über den heimischen Kapitalmarkt hinaus für internationale Geldtransfers genutzt werden. Damit könnte aus dem Projekt eine Plattform für grenzüberschreitende Finanzströme werden.

    CoinPro.ch ordnet den Vorstoß in Japans zunehmende Ausrichtung auf Innovationen rund um Blockchain-Technologie und Tokenisierung ein. Das Land versuche, traditionelle Finanzmärkte mit moderner Technologie zu verbinden und gelte zugleich als regulierungsfreundlicher Standort für die Krypto-Branche.

    Noch ist offen, welche Blockchain zum Einsatz kommen wird und wie das fertige System aussehen soll. Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, könnte Japan laut CoinPro.ch einen neuen Standard für den globalen Kapitalmarkt setzen.

    • Geplante Anwendung: Abwicklung von Aktien und Staatsanleihen rund um die Uhr
    • Beteiligte: Finanzministerium, FSA, Bank of Japan, Geschäftsbanken und Finanzdienstleister
    • Fahrplan: bis zum ersten Quartal 2027
    • Einführung: frühestens nach 2030
    • Mögliche spätere Nutzung: internationale Geldtransfers

    Zusammenfassung: CoinPro.ch berichtet über Japans Planung eines blockchainbasierten Abwicklungssystems für Aktien und Staatsanleihen. Ein Fahrplan soll bis zum ersten Quartal 2027 entstehen, während eine Einführung frühestens nach 2030 erwartet wird.

    Einschätzung der Redaktion

    Die drei Entwicklungen zeigen, dass Blockchain zunehmend von einer spekulativen Anwendung zu einer möglichen Infrastrukturtechnologie für Zentralbanken, Kapitalmärkte und Rechenzentren wird. Entscheidend ist jedoch nicht die Technologie allein, sondern ihre belastbare Integration in bestehende Systeme, klare Regulierung und nachweisbare wirtschaftliche Vorteile.

    Für Riot Blockchain ist die Diversifizierung strategisch relevant, weil planbare Rechenzentrumsverträge die Abhängigkeit vom volatilen Bitcoin-Mining verringern können. Gleichzeitig bleiben die hohen Kapitalanforderungen, die Umsetzung der Projekte und die Profitabilität zentrale Risiken.

    Japans langfristiger Ansatz unterstreicht, dass institutionelle Finanzinfrastruktur nur schrittweise digitalisiert wird. Ein Erfolg könnte internationale Standards beeinflussen, ist angesichts des frühen Planungsstadiums jedoch keineswegs gesichert.

    Infobox: Wichtigste Erkenntnis: Blockchain gewinnt institutionelle Relevanz, aber der entscheidende Wettbewerb wird über Umsetzungssicherheit, Regulierung, Skalierbarkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit entschieden.

    Quellen:

    Hinweis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf dieser Webseite

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    Also ich finde schon krass wie sich das alles langsam vermischt, EZB, Aktien, Staatsanleihen und dann noch KI Rechenzentren, vor ein paar Jahren war Blockchain doch noch fast nur Bitcoin und jetzt soll es plötzlich die ganze Finanzwelt umbauen. Ob ein einziges europäisches Ledger wirklich so schlau ist weis ich nicht, weil wenn da mal ein Fehler drinn ist hängt ja gleich halb Europa fest. Programmierbare Zinsen klingen auch bisschen unheimlich, am ende entscheidet dann ein code wann man Liquidität bekommt und wann nicht, hoffentlich gibts dafür noch normale Menschen die das kontrolieren.

    Bei Riot finde ich die Umwandlung von Mining zu KI besonders interresant. 241 Megawatt ist für mich ehrlich gesagt schwer vorstellbar, klingt aber nach sehr viel Strom und vermutlich auch sehr vielen Kühlern. Der Anthropic Vertrag über 20 Jahre hört sich natürlich super an, aber solche Milliardenbeträge sind ja oft nur theoretisch wenn alles nach Plan läuft. Und ein Kursrückgang von 7,6 Prozent trotz guter Verträge zeigt vieleicht, das Anleger den Braten noch nicht ganz trauen. Oder es liegt einfach daran das Börse manchmal komplett unlogisch ist.

    Was Japan plant gefällt mir eigentlich am besten, weil Aktien und Staatsanleihen rund um die Uhr abzuwickeln schon praktisch wäre. Aber bis 2030 oder sogar später ist noch sehr lange hin, bis dahin kann sich die Technik zehnmal ändern. Vielleicht benutzt man dann schon wieder eine ganz andere Blockchain, oder es gibt am Ende mehrere Systeme die nicht richtig miteinader reden. Der Fahrplan bis 2027 ist deshalb warscheinlich wichtiger als die großen Überschriften jetzt.

    Ich glaube der wichtigste Punkt ist wirklich nicht das Wort Blockchain selber. Viele Projekte werden damit beworben als wäre es automatisch schneller, sicherer und billiger, aber das stimmt ja nicht immer. Wenn mehrere Banken, Behörden und Länder beteiligt sind, wird es bestimmt kompliziert mit Datenschutz, Haftung und den ganzen Regeln. Ein digitales Register löst keine politischen Probleme, es macht sie höchstens etwas technischer. Trotzdem scheint die Richtung klar zu sein und wer jetzt keine Infrastruktur aufbaut könnte später hinterher laufen. Nur bitte nicht wieder alles als Revolution verkaufen, bevor überhaupt etwas richtig funktioniert.
    Was in den bisherigen Kommentaren noch etwas untergeht, ist die Frage, wem diese neue Infrastruktur am Ende eigentlich gehört und wer sie kontrolliert. Bei einem europäischen Ledger klingt „ein einziges System“ erstmal schön übersichtlich, aber dahinter steckt ja nicht nur Technik. Da geht es um Macht, Zugriffsrechte und darum, wer im Streitfall Transaktionen stoppen oder rückgängig machen darf. Gerade bei Zentralbankgeld kann man nicht einfach sagen, der Code wird das schon regeln. Ein Fehler in einem Smart Contract wäre etwas anderes als ein Fehler in einer App, weil dann möglicherweise nicht nur einzelne Nutzer, sondern Banken und ganze Märkte betroffen wären.

    Interessant finde ich auch, dass programmierbare Transaktionen nicht automatisch mehr Freiheit bedeuten. Sie können Abläufe vereinfachen und Sicherheiten schneller prüfen, aber sie können eben auch Bedingungen fest in ein System einbauen. Wenn etwa bestimmte Zinssätze oder Sicherheiten automatisch gelten, muss vorher sehr genau geklärt werden, wer die Regeln ändert und wie Ausnahmen funktionieren. In der echten Finanzwelt gibt es nun mal Gerichte, Notfälle, politische Entscheidungen und Situationen, die niemand vorher eingeplant hat. Ein System, das nur sauber läuft, solange alles nach Plan geht, wäre für mich noch keine wirklich gute Infrastruktur.

    Bei der EZB kommt außerdem die Frage hinzu, ob man wirklich ein gemeinsames europäisches Ledger braucht oder ob ein Netzwerk miteinander verbundener Systeme nicht realistischer wäre. Die Länder haben unterschiedliche Rechtsordnungen, Bankenstrukturen und Interessen. Das lässt sich nicht einfach durch einheitliche technische Standards wegzaubern. Gerade Datenschutz dürfte kompliziert werden, wenn Vermögensbewegungen zwar nicht öffentlich wie bei manchen Kryptowährungen sichtbar sind, aber trotzdem dauerhaft nachvollziehbar bleiben. Für Transparenz ist das gut, für Privatsphäre möglicherweise weniger.

    Bei Riot finde ich den Wechsel vom Mining zu Rechenzentren grundsätzlich nachvollziehbar. Stromanschlüsse und große Flächen sind offenbar vorhanden, und die Nachfrage nach Rechenleistung wächst weiter. Trotzdem sollte man die 20 Jahre Vertragslaufzeit nicht mit 20 Jahren sicherem Gewinn verwechseln. Ein Vertrag kann zwar Einnahmen absichern, aber die Kosten für Strom, Kühlung, Hardware, Wartung und Erweiterungen verschwinden dadurch ja nicht. Außerdem entwickelt sich die KI-Hardware so schnell, dass ein Rechenzentrum heute modern und in ein paar Jahren schon technisch überholt sein kann. Das ist schon ein ziemlich kapitalintensives Wettrennen.

    Die Finanzierung ohne Rückgriff auf die Muttergesellschaft finde ich dabei besonders wichtig. Einerseits schützt das Riot teilweise, falls ein einzelnes Projekt schlechter läuft als geplant. Andererseits zeigt es auch, dass solche Vorhaben nicht aus der Portokasse bezahlt werden können. 573 Millionen Dollar sind eine Menge Geld, und bei 1,2 Milliarden liquiden Mitteln sollte man ebenfalls genau hinschauen, wie viel davon wirklich frei verfügbar ist und wie viel bereits für laufende Projekte oder Verpflichtungen benötigt wird. Die Analysten-Kursziele lesen sich natürlich nett, sind aber letztlich auch nur Einschätzungen und keine Garantie.

    Was mir bei der ganzen KI-Rechenzentrums-Story fehlt, ist der Blick auf die lokale Seite. Ein Standort mit 191 Megawatt braucht nicht nur Server, sondern auch Netzausbau, Kühlung und vermutlich jede Menge Wasser oder andere Kühltechnik. Für Unternehmen ist das ein Wachstumsmarkt, für Anwohner kann es aber höhere Netzbelastung, Lärm oder steigende Strompreise bedeuten. Wenn solche Projekte öffentlich unterstützt werden, sollte deshalb auch klar sein, welchen Nutzen die Region davon hat und wer für die Infrastruktur zahlt.

    Japan geht meiner Meinung nach den sinnvolleren Weg, zumindest solange es bei einem Fahrplan und Tests bleibt. Erst Zuständigkeiten, Standards und rechtliche Fragen klären und dann irgendwann nach 2030 starten, klingt deutlich vernünftiger als eine schnelle Blockchain-Pressekonferenz mit anschließendem Chaos. Gerade die Abwicklung statt des Handels ist ein Bereich, in dem digitale Register tatsächlich einen praktischen Vorteil bringen könnten. Wenn Wertpapier, Zahlung und Eigentumsnachweis besser zusammenpassen, lassen sich vielleicht einige Zwischenstellen und Wartezeiten einsparen.

    Allerdings muss ein Rund-um-die-Uhr-System auch rund um die Uhr überwacht und abgesichert werden. Heute kann man Wartungsfenster und Börsenpausen nutzen, bei einem permanent laufenden System wird das schwieriger. Was passiert bei einem Cyberangriff, einem Stromausfall oder wenn zwei miteinander verbundene Ledger unterschiedliche Datenstände haben? Für internationale Geldtransfers braucht es zusätzlich Regeln zu Währungen, Sanktionen und Haftung. Technisch mag eine Verbindung möglich sein, politisch ist das eine ganz andere Baustelle.

    Unterm Strich sehe ich die Entwicklung deshalb weder als reine Hype-Nummer noch als sichere Revolution. Die spannendste Veränderung könnte sein, dass Blockchain im Hintergrund verschwindet und Nutzer gar nicht mehr merken, welche Technologie die Abwicklung übernimmt. Wenn die Systeme zuverlässig, günstig und rechtlich klar funktionieren, ist es eigentlich egal, ob vorne Blockchain draufsteht. Bis dahin wird aber noch sehr viel getestet, gestritten und vermutlich auch Lehrgeld bezahlt werden müssen. Und genau daran wird sich zeigen, ob aus den großen Ankündigungen wirklich tragfähige Finanzinfrastruktur wird.

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