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Blockchain zieht in die Finanzinfrastruktur ein: Tokenisierte Geldmarktfonds, digitale Anleihen und On-Chain-Transaktionen versprechen schnellere Abwicklung und niedrigere Kosten. Gleichzeitig ringen offene Netzwerke mit geschlossenen Konsortiums-Blockchains um die institutionelle Vorherrschaft – während Tether seine Multi-Chain-Strategie bekräftigt und belastbare Unternehmenszahlen weiterhin fehlen.
Blockchain im Unternehmenseinsatz: Belastbare Vergleichszahl fehlt weiterhin
Seit der letzten belastbaren Erhebung aus dem Jahr 2023 liegt nach Angaben der PresseBox keine neue Zahl zum Blockchain-Einsatz in Unternehmen vor. Damals hatten fünf Prozent der Unternehmen die Technologie produktiv im Einsatz, während sich weitere sieben Prozent in einer Umsetzungs- oder Testphase befanden.
Neun Prozent der Unternehmen befanden sich in der Analyse- und Informationsphase. Zehn Prozent diskutierten den Einsatz intern. Insgesamt beschäftigten sich damit rund 31 Prozent der Unternehmen auf irgendeiner Stufe mit dem Thema.
Die Meldung stellt heraus, dass die Aufmerksamkeit inzwischen weitergewandert sei, die zentrale Frage nach dem konkreten Nutzen der Technologie jedoch unbeantwortet bleibe. Der eigentliche Befund sei damit nicht nur die Verteilung der damaligen Einsatzphasen, sondern auch das Fehlen einer neuen belastbaren Erhebung.
| Einsatzstatus | Anteil |
|---|---|
| Produktiver Einsatz | Fünf Prozent |
| Umsetzungs- oder Testphase | Sieben Prozent |
| Analyse- und Informationsphase | Neun Prozent |
| Interne Diskussion | Zehn Prozent |
| Beschäftigung mit dem Thema auf irgendeiner Stufe | Rund 31 Prozent |
Infobox – PresseBox: Die letzte belastbare Erhebung stammt aus dem Jahr 2023. Fünf Prozent nutzten Blockchain produktiv, sieben Prozent testeten, und rund 31 Prozent beschäftigten sich insgesamt mit dem Thema.
Tokenisierte Geldmarktfonds sollen Abwicklung und Zinsgutschrift beschleunigen
Die WirtschaftsWoche berichtet über tokenisierte Geldmarktfonds als Alternative für Anleger, die Geld kurzfristig parken wollen. Während Tagesgeld und klassische Geldmarktfonds mit trägen Buchungszeiten verbunden seien, bieten Amundi, BlackRock und Franklin Templeton eine schnellere Option an.
Klassische Wertpapiergeschäfte über Broker, Banken und Clearingstellen seien häufig erst nach zwei Tagen endgültig abgewickelt. Tokenisierte Vermögenswerte könnten dagegen sofort den Besitzer wechseln, weil weniger Zwischenhändler beteiligt seien und die Kosten geringer ausfielen.
Ein Finanzchef könne einen Token rund um die Uhr zwischen Tochtergesellschaften verteilen. BlackRock tokenisiere in Europa Anteile seiner Institutional Cash Series; die technische Infrastruktur liefere eine JP-Morgan-Tochter. Die Token würden über die Ethereum-Blockchain laufen.
Franklin Templeton verpacke den OnChain U.S. Government Money Fund mit dem Namen Benji in eine digitale Form. Die Anteile existierten als Token auf der öffentlich einsehbaren Blockchain Stellar. Großanleger erhielten dafür einen eigenen Zugang und könnten die Fondsanteile jederzeit zwischen digitalen Depots verschiedener Anleger übertragen.
Die hierfür verwendeten Wallets müssten zuvor geprüft und zugelassen werden. Die wirtschaftlich Berechtigten dahinter würden identifiziert und einer Geldwäscheprüfung unterzogen. Bei der Rückgabe der Token an die Fondsgesellschaft blieben Rücknahme und Zeichnung der Fondsanteile beim Anbieter allerdings an feste Zeiten gebunden.
SEC-Entscheidung verändert die technische Infrastruktur
In den USA erlaubt die Börsenaufsicht SEC Franklin Templeton laut WirtschaftsWoche, für Fonds, die in die eigenen Geldmarktfonds investieren, neben der Blockchain kein separates konventionelles Eigentumsregister zu führen. Bislang funktionierten viele tokenisierte Fonds nach dem Prinzip eines „Digitalen Zwillings“: Rechtlich maßgeblich sei ein klassisches Fondsregister, während die Blockchain lediglich ein digitales Abbild des Anteils enthalte.
Beide Register müssten laufend miteinander abgeglichen werden. Bei Franklin Templeton sei dagegen das Blockchain-basierte Register selbst die maßgebliche Quelle für das Eigentum. Das Modell habe das Unternehmen seit 2021 mit der SEC getestet.
„Die Neuerung betrifft also weniger die Geldanlage selbst als deren Infrastruktur.“
Die SEC akzeptiere erstmals unter konkreten Auflagen, dass regulierte Fonds nativ tokenisierte Anteile selbst halten könnten. Die bisherigen Verwahrregeln des Investment Company Act seien ursprünglich auf physische Wertpapiere und klassische Verwahrstellen zugeschnitten gewesen.
Viele Zwischenstellen in der Fondsbuchhaltung könnten dadurch entfallen und auf dem Blockchain-System zusammengeführt werden. Die erwarteten Folgen seien weniger Abstimmungsaufwand, eine schnellere Abwicklung und niedrigere Kosten. Dadurch könnten tokenisierte Geldmarktfonds als digitales Cash- und Sicherheiteninstrument für andere Fonds interessanter werden.
| Im Artikel genannte Merkmale | Angabe |
|---|---|
| Abwicklung klassischer Wertpapiergeschäfte | Oft erst nach zwei Tagen endgültig |
| Blockchain von BlackRock | Ethereum |
| Blockchain von Franklin Templeton | Stellar |
| Rendite des Benji-Fonds | Rund vier Prozent |
| Zinsgutschrift | Fast sekundengenau |
| Test des Franklin-Modells mit der SEC | Seit 2021 |
Infobox – WirtschaftsWoche: Tokenisierte Geldmarktfonds sollen Eigentumsübertragungen beschleunigen und Zwischenstellen reduzieren. Der Benji-Fonds investiert in kurzlaufende US-Staatsanleihen mit rund vier Prozent Rendite; die Zinsen werden fast sekundengenau gutgeschrieben.
CoinDesk: Streit über offene und geschlossene Blockchain-Netzwerke
CoinDesk berichtet über die zunehmende Nutzung privater, nur mit Berechtigung zugänglicher Blockchains durch die Wall Street. Vivek Raman, Mitbegründer und CEO von Etherealize, warnt demnach davor, dass solche „Konsortiums-Blockchains“ isolierte Systeme schaffen könnten, die Interoperabilität und Liquidität beeinträchtigen.
Zentral gesteuerte Netzwerke hätten im Finanzwesen zwar eine Rolle, benötigten nach dieser Einschätzung aber eine transparente und offene Basis. Etherealize präsentiere das offene Ethereum-Mainnet als neutrale Grundlage, auf der Institutionen genehmigungsbasierte und datenschutzwahrende Funktionen auf höheren Ebenen ergänzen könnten.
Die Entwicklung geschlossener Netzwerke stehe im Gegensatz zu neuen Ethereum-basierten Produkten von Unternehmen wie BlackRock. Damit verschärfe sich die Debatte darüber, ob institutionelle Akteure offene, öffentliche Blockchains oder von Unternehmenssponsoren kontrollierte Systeme bevorzugen.
Raman bezeichnete die neuen geschlossenen Netzwerke als „Consortium Chain 2.0“. Als Beispiele für die zunehmende Popularität solcher Systeme nennt CoinDesk das Canton Network von Digital Asset, Circles Stablecoin-Zahlungsplattform ARC und Stripes vertikal integrierte Tempo-Blockchain.
„Dies wird letztlich zu einem Rennen nach unten für Consortium Chains führen. Sie werden Consortium Chains gegen Consortium Chains haben.“
Die genannten Systeme böten inhärente Privatsphäre und ein verringertes Gegenparteirisiko, was für die traditionelle Finanzwelt attraktiv sei. Raman vergleicht das Ethereum-Mainnet mit HTTP als Basisschicht des Internets. Eine sicherere, berechtigungsgesteuerte und datenschutzfähige Schicht wie HTTPS könne darauf aufbauen.
Nach seiner Argumentation sei eine offene Basisschicht erforderlich, um maximale Interoperabilität und maximale Liquidität an einem Ort zu gewährleisten. Er vertritt die Auffassung, dass Erlaubnismechanismen auf der Anwendungsschicht oder auf einer L2-Schicht liegen sollten.
„Wir sind fest davon überzeugt – und waren es schon immer –, dass man eine globale, offene, erlaubnisfreie Infrastruktur als Basisschicht benötigt.“
Christian Catalini, Gründer des MIT Cryptoeconomics Lab und ehemaliger Chefökonom des Diem-Stablecoin-Projekts von Facebook, bewertet die Entwicklung zurückhaltender. Die derzeitige Phase drehe sich vor allem um den Vertrieb an Unternehmen. Wenn Netzwerke stärker kuratiert seien und eine klare Sponsor- und Ankerentität ihre Regeln gestalte, würden einige wettbewerbsfördernde Vorteile der Blockchain-Technologie möglicherweise nicht verwirklicht.
Etherealize wurde im Januar 2025 durch eine Förderung von Vitalik Buterin und der Ethereum Foundation gegründet. Das Unternehmen sammelte später im selben Jahr in einer Series-A-Finanzierungsrunde 40 Millionen US-Dollar ein.
BlackRocks neue Ethereum-basierte Fonds wertet Raman als Hinweis auf eine Entwicklung in Richtung offener Netzwerke. Nach regulatorischer Klarheit fließe institutionelles Geld seiner Einschätzung nach in offene Netzwerke, weil diese niemandem gehörten.
Infobox – CoinDesk: Im Mittelpunkt steht der Gegensatz zwischen offenen Blockchains wie Ethereum und geschlossenen Konsortiumsnetzwerken. Etherealize fordert eine globale, offene und erlaubnisfreie Basisschicht, während institutionelle Akteure vor allem Privatsphäre und kontrollierbare Zugänge suchen.
Shinhan startet Pilotprojekt für tokenisierten Won-Fonds
Nach Angaben von ad-hoc-news.de hat Shinhan Asset Management am 14. August 2026 eine Absichtserklärung mit dem Technologieunternehmen Plume unterzeichnet. Ziel ist ein Pilotprojekt für einen tokenisierten Investmentfonds, der auf die Landeswährung Won lautet und auf Blockchain-Infrastruktur basiert.
Als zugrunde liegender Vermögenswert soll ein Won-Ultra-Kurzfrist-Anleihefonds dienen. Der Proof of Concept konzentriert sich zunächst auf ein Drittland und soll ausschließlich Offshore-Investoren zugänglich sein.
Mit dem Vorhaben wollen die Partner die internationale Nachfrage nach Won-basierten Vermögenswerten erschließen. Als Benchmark dient laut Bericht der von BlackRock initiierte BUIDL-Fonds.
Plume übernimmt die Rolle des technischen Partners. Das Unternehmen ist als Transferagent bei der US-Börsenaufsicht SEC registriert und Mitglied der Depositary Trust and Clearing Corporation.
Ein Schwerpunkt der Testphase ist die Prüfung regulatorischer Compliance-Anforderungen. Dazu gehören Whitelisting-Verfahren sowie Identitäts- und Geldwäscheprüfungen, die als KYC/AML bezeichnet werden.
Shinhan Asset Management verwaltet nach den Angaben von ad-hoc-news.de ein Vermögen von 133,6 Billionen Won, was etwa 100 Milliarden US-Dollar entspricht. Das Projekt wird damit in einen institutionellen Kontext gestellt, in dem bestehende Finanzprodukte auf Blockchain-Infrastrukturen übertragen werden sollen.
Weitere On-Chain-Projekte im Finanzsektor
Parallel zu Shinhan startete die japanische MUFG am 14. August 2026 einen Proof of Concept für On-Chain-Repo-Geschäfte mit japanischen Staatsanleihen auf dem Canton Network. Das unter dem „Payment Innovation Project“ der japanischen Finanzaufsicht FSA laufende Projekt zielt auf die vollständige Automatisierung des Repo-Lebenszyklus und eine Abwicklung rund um die Uhr.
Ebenfalls am 14. August 2026 kündigte die israelische Bank Leumi eine Partnerschaft mit Galaxy Digital an. Kunden sollen ab Anfang 2027 Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether und Solana über die hauseigene App handeln können, sofern die Genehmigung der Bank of Israel erfolgt.
Galaxy Digital soll dafür die Handels- und Verwahrinfrastruktur bereitstellen. Auf regulatorischer Ebene erteilte die SEC Franklin Templeton am 12. August 2026 einen No-Action-Letter für die Verwahrung des OnChain US Government Money Fund in registrierten Fonds.
Der FOBXX verwaltete Mitte August 727 Millionen US-Dollar und investiert nahezu vollständig in US-Staatsanleihen und Repos. Centrifuge gab am 14. August 2026 außerdem bekannt, eine AAA-bewertete CLO-Strategie von Janus Henderson zu tokenisieren.
Das Projekt startet mit einer Zusage über 1 Milliarde US-Dollar durch den Partner Grove. Janus Henderson verwaltet im entsprechenden US-ETF-Segment ein Vermögen von 30,07 Milliarden US-Dollar.
Die DTCC treibt nach dem Bericht die Kommerzialisierung ihrer Tokenisierungsdienste voran. Nach erfolgreichen Live-Transaktionen mit über 30 Unternehmen, darunter JPMorgan und Goldman Sachs, war der Start des DTC Tokenization Service für Oktober 2025 geplant.
Securitize erreichte unterdessen im dritten Quartal 2026 mit rund 5 Milliarden US-Dollar an verwalteten On-Chain-Assets einen neuen Branchenrekord. Das Unternehmen hatte Anfang Juli den Börsengang an der New York Stock Exchange vollzogen.
| Projekt oder Unternehmen | Angabe |
|---|---|
| Unterzeichnung der Absichtserklärung von Shinhan und Plume | 14. August 2026 |
| Verwaltetes Vermögen von Shinhan Asset Management | 133,6 Billionen Won |
| Entsprechender Wert des Shinhan-Vermögens | Etwa 100 Milliarden US-Dollar |
| Verwaltetes Vermögen des FOBXX | 727 Millionen US-Dollar |
| Zusage für die CLO-Strategie | 1 Milliarde US-Dollar |
| Vermögen von Janus Henderson im entsprechenden US-ETF-Segment | 30,07 Milliarden US-Dollar |
| Live-Transaktionen der DTCC | Über 30 Unternehmen |
| On-Chain-Assets von Securitize | Rund 5 Milliarden US-Dollar |
Infobox – ad-hoc-news.de: Shinhan und Plume testen einen tokenisierten Won-Fonds für Offshore-Investoren. Das Projekt konzentriert sich auf einen Won-Ultra-Kurzfrist-Anleihefonds sowie auf Whitelisting, Identitätsprüfung und Geldwäscheprävention.
Tether dementiert Pläne für eine eigene Blockchain
BeInCrypto und Yellow.com berichten übereinstimmend, dass Tether keine eigene Blockchain für USDT entwickelt und auch keine entsprechende Planung verfolgt. Tether-CEO Paolo Ardoino widersprach damit einer Analyse von CoinMarketCap, die Tether gemeinsam mit Stripe und Circle einem Stablechain-Vorstoß zugeordnet hatte.
Ardoino erklärte, Tether bleibe agnostisch und unterstütze mehrere Transportebenen für seine Stablecoins. USDT soll damit weiterhin auf externen Blockchain-Netzwerken laufen, die nicht von Tether selbst kontrolliert werden.
„Tether baut KEINE Blockchain und hat keine Pläne, eine zu bauen. Wir bleiben agnostisch und unterstützen viele Transportebenen für unsere Stablecoins.“
Die Spekulationen waren aufgekommen, weil Tether die Projekte Plasma und Stable unterstützt. Stable richtet sich an institutionelle Kunden und verwendet USDT für Netzwerkgebühren. Plasma zielt stärker auf Retail-Kunden und sammelte in einem Token-Verkauf rund 373 Millionen US-Dollar ein.
Die Unterstützung eines Netzwerks sei jedoch nicht dasselbe wie dessen Betrieb. Tether betreibe weder Stable noch Plasma selbst, heißt es in den Berichten.
USDT bleibt auf Tron und Ethereum verteilt
Der Großteil des USDT-Bestands wird laut BeInCrypto und Yellow.com weiterhin über Tron und Ethereum transportiert. CoinMarketCap schätzt, dass USDT-Halter jährlich rund 2,9 Milliarden US-Dollar an Gebühren an andere Blockchains zahlen.
Eine eigene Blockchain könnte diese Gebühren theoretisch für Tether sichern. Das Unternehmen priorisiere stattdessen offenbar die breite Verteilung und die Liquidität des Stablecoins.
Die Marktkapitalisierung von USDT wird in den Berichten mit 183 Milliarden US-Dollar beziehungsweise knapp 183 Milliarden US-Dollar angegeben. Die Nutzung mehrerer Netzwerke ermöglicht demnach Liquidität an vielen Handelsplätzen.
Der Ansatz bietet Tether außerdem Flexibilität über verschiedene Netzwerke hinweg. Als Beispiel wird das Einfrieren von USDT-Beständen auf Tron in Abstimmung mit dem US Office of Foreign Assets Control genannt.
Die Entscheidung fällt in eine Phase zunehmender Konkurrenz. Circle baut USDC in wichtigen Märkten aus und arbeitet an Arc, während Stripe mit Tempo eine eigene Infrastruktur für Stablecoin-Zahlungen entwickelt. In Europa steht Tether wegen MiCA-Regeln unter Druck; als Beispiel wird die Delistung von USDT bei Revolut genannt.
Gleichzeitig erhielt Tether laut BeInCrypto in diesem Monat das erste saubere KPMG-Audit. Yellow.com bezeichnet die aktuelle Ausrichtung als Strategie, externe Netzwerke zu unterstützen, anstatt sie durch eine eigene Infrastruktur zu ersetzen.
| Im Artikel genannte Angabe | Wert |
|---|---|
| Gebühren von USDT-Haltern an andere Blockchains | Rund 2,9 Milliarden US-Dollar jährlich |
| Marktkapitalisierung von USDT bei BeInCrypto | 183 Milliarden US-Dollar |
| Marktkapitalisierung von USDT bei Yellow.com | Knapp 183 Milliarden US-Dollar |
| Plasma-Token-Verkauf | Rund 373 Millionen US-Dollar |
Infobox – BeInCrypto und Yellow.com: Tether dementiert Pläne für eine eigene Blockchain. USDT bleibt auf externen Netzwerken wie Tron und Ethereum verteilt; die Berichte nennen rund 2,9 Milliarden US-Dollar jährliche Gebühren und eine Marktkapitalisierung von 183 Milliarden US-Dollar beziehungsweise knapp 183 Milliarden US-Dollar.
Einschätzung der Redaktion
Die entscheidende Entwicklung ist nicht die Blockchain als Selbstzweck, sondern ihre zunehmende Einbettung in regulierte Finanzprozesse. Tokenisierte Fonds, digitale Register und automatisierte Abwicklungen können den operativen Aufwand senken, entfalten ihren wirtschaftlichen Wert aber erst bei ausreichender Liquidität, Rechtssicherheit und Interoperabilität.
Der Konflikt zwischen offenen Netzwerken und geschlossenen Konsortiumslösungen wird deshalb strategisch relevant. Geschlossene Systeme erleichtern Kontrolle und Datenschutz, riskieren jedoch neue Insellösungen. Offene Basisschichten versprechen größere Vernetzung, bringen aber höhere Anforderungen an Governance, Compliance und Skalierbarkeit mit sich.
Für Unternehmen bleibt damit eine nüchterne Kosten-Nutzen-Prüfung entscheidend. Solange belastbare Vergleichsdaten zum produktiven Einsatz fehlen, besteht die Gefahr, dass Pilotprojekte und hohe Investitionen schneller wachsen als der nachweisbare geschäftliche Nutzen.
Infobox: Die Blockchain wird im Finanzsektor zunehmend zur Infrastruktur. Ihr Durchbruch hängt weniger von weiteren Pilotprojekten als von messbaren Effizienzgewinnen, regulatorischer Klarheit und funktionierender Interoperabilität ab.
Quellen:
- Blockchain im Unternehmenseinsatz: Seit der letzten belastbaren Erhebung von 2023 fehlt eine neue Zahl — und genau das ist der eigentliche Befund
- Tokenisierte Geldmarktfonds: Wie ohne Zwischenhändler eine sekündliche Zinsgutschrift möglich ist
- Die TradFi-Obsession mit permissioned Blockchains ist ein „Rennen zum Boden“, warnt Etherealize-CEO Vivek Raman
- Blockchain-Finanz: Shinhan startet tokenisierten Won-Fonds
- Tether-CEO widerspricht Blockchain-Gerüchten
- Tether plant laut Paolo Ardoino keine eigene Blockchain für USDT



















