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    Tokenisierung gewinnt an Fahrt, doch belastbare Blockchain-Zahlen fehlen weiterhin

    KI-generiert
    16.08.2026 643 mal gelesen 4 Kommentare Google-News
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    Blockchain wird Teil der Finanzinfrastruktur: Tokenisierte Fonds, digitale Anleihen und On-Chain-Transaktionen sollen Abwicklung beschleunigen und Kosten senken. Doch eine zentrale Frage bleibt offen: Wie viele Unternehmen setzen die Technologie tatsächlich produktiv ein?
    Die letzte belastbare Erhebung stammt aus 2023. Damals nutzten fünf Prozent der Unternehmen Blockchain produktiv, sieben Prozent testeten sie, insgesamt beschäftigten sich rund 31 Prozent auf irgendeiner Stufe damit. Neue Vergleichszahlen fehlen bis heute.
    Besonders tokenisierte Geldmarktfonds zeigen den praktischen Nutzen. Fondsanteile von Anbietern wie BlackRock und Franklin Templeton können auf Ethereum oder Stellar schneller übertragen werden, während Wallets weiterhin geprüft und KYC- sowie Geldwäschevorgaben eingehalten werden müssen.
    Gleichzeitig streiten Institutionen über die richtige Infrastruktur: Geschlossene Konsortiums-Blockchains bieten Kontrolle und Datenschutz, könnten aber neue Insellösungen schaffen. Befürworter offener Netzwerke wie Ethereum sehen darin eine neutrale Basisschicht für mehr Interoperabilität und Liquidität.
    Die Entwicklung reicht von Shinhan und MUFG bis zu tokenisierten Anleihen, Repo-Geschäften und digitalen Fonds. Tether setzt derweil weiterhin auf mehrere externe Netzwerke statt auf eine eigene Blockchain. Der Durchbruch hängt jedoch nicht an weiteren Pilotprojekten, sondern an messbaren Effizienzgewinnen, Rechtssicherheit, Liquidität und belastbaren Unternehmensdaten.

    Blockchain zieht in die Finanzinfrastruktur ein: Tokenisierte Geldmarktfonds, digitale Anleihen und On-Chain-Transaktionen versprechen schnellere Abwicklung und niedrigere Kosten. Gleichzeitig ringen offene Netzwerke mit geschlossenen Konsortiums-Blockchains um die institutionelle Vorherrschaft – während Tether seine Multi-Chain-Strategie bekräftigt und belastbare Unternehmenszahlen weiterhin fehlen.

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    Blockchain im Unternehmenseinsatz: Belastbare Vergleichszahl fehlt weiterhin

    Seit der letzten belastbaren Erhebung aus dem Jahr 2023 liegt nach Angaben der PresseBox keine neue Zahl zum Blockchain-Einsatz in Unternehmen vor. Damals hatten fünf Prozent der Unternehmen die Technologie produktiv im Einsatz, während sich weitere sieben Prozent in einer Umsetzungs- oder Testphase befanden.

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    Neun Prozent der Unternehmen befanden sich in der Analyse- und Informationsphase. Zehn Prozent diskutierten den Einsatz intern. Insgesamt beschäftigten sich damit rund 31 Prozent der Unternehmen auf irgendeiner Stufe mit dem Thema.

    Die Meldung stellt heraus, dass die Aufmerksamkeit inzwischen weitergewandert sei, die zentrale Frage nach dem konkreten Nutzen der Technologie jedoch unbeantwortet bleibe. Der eigentliche Befund sei damit nicht nur die Verteilung der damaligen Einsatzphasen, sondern auch das Fehlen einer neuen belastbaren Erhebung.

    EinsatzstatusAnteil
    Produktiver EinsatzFünf Prozent
    Umsetzungs- oder TestphaseSieben Prozent
    Analyse- und InformationsphaseNeun Prozent
    Interne DiskussionZehn Prozent
    Beschäftigung mit dem Thema auf irgendeiner StufeRund 31 Prozent

    Infobox – PresseBox: Die letzte belastbare Erhebung stammt aus dem Jahr 2023. Fünf Prozent nutzten Blockchain produktiv, sieben Prozent testeten, und rund 31 Prozent beschäftigten sich insgesamt mit dem Thema.

    Tokenisierte Geldmarktfonds sollen Abwicklung und Zinsgutschrift beschleunigen

    Die WirtschaftsWoche berichtet über tokenisierte Geldmarktfonds als Alternative für Anleger, die Geld kurzfristig parken wollen. Während Tagesgeld und klassische Geldmarktfonds mit trägen Buchungszeiten verbunden seien, bieten Amundi, BlackRock und Franklin Templeton eine schnellere Option an.

    Klassische Wertpapiergeschäfte über Broker, Banken und Clearingstellen seien häufig erst nach zwei Tagen endgültig abgewickelt. Tokenisierte Vermögenswerte könnten dagegen sofort den Besitzer wechseln, weil weniger Zwischenhändler beteiligt seien und die Kosten geringer ausfielen.

    Ein Finanzchef könne einen Token rund um die Uhr zwischen Tochtergesellschaften verteilen. BlackRock tokenisiere in Europa Anteile seiner Institutional Cash Series; die technische Infrastruktur liefere eine JP-Morgan-Tochter. Die Token würden über die Ethereum-Blockchain laufen.

    Franklin Templeton verpacke den OnChain U.S. Government Money Fund mit dem Namen Benji in eine digitale Form. Die Anteile existierten als Token auf der öffentlich einsehbaren Blockchain Stellar. Großanleger erhielten dafür einen eigenen Zugang und könnten die Fondsanteile jederzeit zwischen digitalen Depots verschiedener Anleger übertragen.

    Die hierfür verwendeten Wallets müssten zuvor geprüft und zugelassen werden. Die wirtschaftlich Berechtigten dahinter würden identifiziert und einer Geldwäscheprüfung unterzogen. Bei der Rückgabe der Token an die Fondsgesellschaft blieben Rücknahme und Zeichnung der Fondsanteile beim Anbieter allerdings an feste Zeiten gebunden.

    SEC-Entscheidung verändert die technische Infrastruktur

    In den USA erlaubt die Börsenaufsicht SEC Franklin Templeton laut WirtschaftsWoche, für Fonds, die in die eigenen Geldmarktfonds investieren, neben der Blockchain kein separates konventionelles Eigentumsregister zu führen. Bislang funktionierten viele tokenisierte Fonds nach dem Prinzip eines „Digitalen Zwillings“: Rechtlich maßgeblich sei ein klassisches Fondsregister, während die Blockchain lediglich ein digitales Abbild des Anteils enthalte.

    Beide Register müssten laufend miteinander abgeglichen werden. Bei Franklin Templeton sei dagegen das Blockchain-basierte Register selbst die maßgebliche Quelle für das Eigentum. Das Modell habe das Unternehmen seit 2021 mit der SEC getestet.

    „Die Neuerung betrifft also weniger die Geldanlage selbst als deren Infrastruktur.“

    Die SEC akzeptiere erstmals unter konkreten Auflagen, dass regulierte Fonds nativ tokenisierte Anteile selbst halten könnten. Die bisherigen Verwahrregeln des Investment Company Act seien ursprünglich auf physische Wertpapiere und klassische Verwahrstellen zugeschnitten gewesen.

    Viele Zwischenstellen in der Fondsbuchhaltung könnten dadurch entfallen und auf dem Blockchain-System zusammengeführt werden. Die erwarteten Folgen seien weniger Abstimmungsaufwand, eine schnellere Abwicklung und niedrigere Kosten. Dadurch könnten tokenisierte Geldmarktfonds als digitales Cash- und Sicherheiteninstrument für andere Fonds interessanter werden.

    Im Artikel genannte MerkmaleAngabe
    Abwicklung klassischer WertpapiergeschäfteOft erst nach zwei Tagen endgültig
    Blockchain von BlackRockEthereum
    Blockchain von Franklin TempletonStellar
    Rendite des Benji-FondsRund vier Prozent
    ZinsgutschriftFast sekundengenau
    Test des Franklin-Modells mit der SECSeit 2021

    Infobox – WirtschaftsWoche: Tokenisierte Geldmarktfonds sollen Eigentumsübertragungen beschleunigen und Zwischenstellen reduzieren. Der Benji-Fonds investiert in kurzlaufende US-Staatsanleihen mit rund vier Prozent Rendite; die Zinsen werden fast sekundengenau gutgeschrieben.

    CoinDesk: Streit über offene und geschlossene Blockchain-Netzwerke

    CoinDesk berichtet über die zunehmende Nutzung privater, nur mit Berechtigung zugänglicher Blockchains durch die Wall Street. Vivek Raman, Mitbegründer und CEO von Etherealize, warnt demnach davor, dass solche „Konsortiums-Blockchains“ isolierte Systeme schaffen könnten, die Interoperabilität und Liquidität beeinträchtigen.

    Zentral gesteuerte Netzwerke hätten im Finanzwesen zwar eine Rolle, benötigten nach dieser Einschätzung aber eine transparente und offene Basis. Etherealize präsentiere das offene Ethereum-Mainnet als neutrale Grundlage, auf der Institutionen genehmigungsbasierte und datenschutzwahrende Funktionen auf höheren Ebenen ergänzen könnten.

    Die Entwicklung geschlossener Netzwerke stehe im Gegensatz zu neuen Ethereum-basierten Produkten von Unternehmen wie BlackRock. Damit verschärfe sich die Debatte darüber, ob institutionelle Akteure offene, öffentliche Blockchains oder von Unternehmenssponsoren kontrollierte Systeme bevorzugen.

    Raman bezeichnete die neuen geschlossenen Netzwerke als „Consortium Chain 2.0“. Als Beispiele für die zunehmende Popularität solcher Systeme nennt CoinDesk das Canton Network von Digital Asset, Circles Stablecoin-Zahlungsplattform ARC und Stripes vertikal integrierte Tempo-Blockchain.

    „Dies wird letztlich zu einem Rennen nach unten für Consortium Chains führen. Sie werden Consortium Chains gegen Consortium Chains haben.“

    Die genannten Systeme böten inhärente Privatsphäre und ein verringertes Gegenparteirisiko, was für die traditionelle Finanzwelt attraktiv sei. Raman vergleicht das Ethereum-Mainnet mit HTTP als Basisschicht des Internets. Eine sicherere, berechtigungsgesteuerte und datenschutzfähige Schicht wie HTTPS könne darauf aufbauen.

    Nach seiner Argumentation sei eine offene Basisschicht erforderlich, um maximale Interoperabilität und maximale Liquidität an einem Ort zu gewährleisten. Er vertritt die Auffassung, dass Erlaubnismechanismen auf der Anwendungsschicht oder auf einer L2-Schicht liegen sollten.

    „Wir sind fest davon überzeugt – und waren es schon immer –, dass man eine globale, offene, erlaubnisfreie Infrastruktur als Basisschicht benötigt.“

    Christian Catalini, Gründer des MIT Cryptoeconomics Lab und ehemaliger Chefökonom des Diem-Stablecoin-Projekts von Facebook, bewertet die Entwicklung zurückhaltender. Die derzeitige Phase drehe sich vor allem um den Vertrieb an Unternehmen. Wenn Netzwerke stärker kuratiert seien und eine klare Sponsor- und Ankerentität ihre Regeln gestalte, würden einige wettbewerbsfördernde Vorteile der Blockchain-Technologie möglicherweise nicht verwirklicht.

    Etherealize wurde im Januar 2025 durch eine Förderung von Vitalik Buterin und der Ethereum Foundation gegründet. Das Unternehmen sammelte später im selben Jahr in einer Series-A-Finanzierungsrunde 40 Millionen US-Dollar ein.

    BlackRocks neue Ethereum-basierte Fonds wertet Raman als Hinweis auf eine Entwicklung in Richtung offener Netzwerke. Nach regulatorischer Klarheit fließe institutionelles Geld seiner Einschätzung nach in offene Netzwerke, weil diese niemandem gehörten.

    Infobox – CoinDesk: Im Mittelpunkt steht der Gegensatz zwischen offenen Blockchains wie Ethereum und geschlossenen Konsortiumsnetzwerken. Etherealize fordert eine globale, offene und erlaubnisfreie Basisschicht, während institutionelle Akteure vor allem Privatsphäre und kontrollierbare Zugänge suchen.

    Shinhan startet Pilotprojekt für tokenisierten Won-Fonds

    Nach Angaben von ad-hoc-news.de hat Shinhan Asset Management am 14. August 2026 eine Absichtserklärung mit dem Technologieunternehmen Plume unterzeichnet. Ziel ist ein Pilotprojekt für einen tokenisierten Investmentfonds, der auf die Landeswährung Won lautet und auf Blockchain-Infrastruktur basiert.

    Als zugrunde liegender Vermögenswert soll ein Won-Ultra-Kurzfrist-Anleihefonds dienen. Der Proof of Concept konzentriert sich zunächst auf ein Drittland und soll ausschließlich Offshore-Investoren zugänglich sein.

    Mit dem Vorhaben wollen die Partner die internationale Nachfrage nach Won-basierten Vermögenswerten erschließen. Als Benchmark dient laut Bericht der von BlackRock initiierte BUIDL-Fonds.

    Plume übernimmt die Rolle des technischen Partners. Das Unternehmen ist als Transferagent bei der US-Börsenaufsicht SEC registriert und Mitglied der Depositary Trust and Clearing Corporation.

    Ein Schwerpunkt der Testphase ist die Prüfung regulatorischer Compliance-Anforderungen. Dazu gehören Whitelisting-Verfahren sowie Identitäts- und Geldwäscheprüfungen, die als KYC/AML bezeichnet werden.

    Shinhan Asset Management verwaltet nach den Angaben von ad-hoc-news.de ein Vermögen von 133,6 Billionen Won, was etwa 100 Milliarden US-Dollar entspricht. Das Projekt wird damit in einen institutionellen Kontext gestellt, in dem bestehende Finanzprodukte auf Blockchain-Infrastrukturen übertragen werden sollen.

    Weitere On-Chain-Projekte im Finanzsektor

    Parallel zu Shinhan startete die japanische MUFG am 14. August 2026 einen Proof of Concept für On-Chain-Repo-Geschäfte mit japanischen Staatsanleihen auf dem Canton Network. Das unter dem „Payment Innovation Project“ der japanischen Finanzaufsicht FSA laufende Projekt zielt auf die vollständige Automatisierung des Repo-Lebenszyklus und eine Abwicklung rund um die Uhr.

    Ebenfalls am 14. August 2026 kündigte die israelische Bank Leumi eine Partnerschaft mit Galaxy Digital an. Kunden sollen ab Anfang 2027 Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether und Solana über die hauseigene App handeln können, sofern die Genehmigung der Bank of Israel erfolgt.

    Galaxy Digital soll dafür die Handels- und Verwahrinfrastruktur bereitstellen. Auf regulatorischer Ebene erteilte die SEC Franklin Templeton am 12. August 2026 einen No-Action-Letter für die Verwahrung des OnChain US Government Money Fund in registrierten Fonds.

    Der FOBXX verwaltete Mitte August 727 Millionen US-Dollar und investiert nahezu vollständig in US-Staatsanleihen und Repos. Centrifuge gab am 14. August 2026 außerdem bekannt, eine AAA-bewertete CLO-Strategie von Janus Henderson zu tokenisieren.

    Das Projekt startet mit einer Zusage über 1 Milliarde US-Dollar durch den Partner Grove. Janus Henderson verwaltet im entsprechenden US-ETF-Segment ein Vermögen von 30,07 Milliarden US-Dollar.

    Die DTCC treibt nach dem Bericht die Kommerzialisierung ihrer Tokenisierungsdienste voran. Nach erfolgreichen Live-Transaktionen mit über 30 Unternehmen, darunter JPMorgan und Goldman Sachs, war der Start des DTC Tokenization Service für Oktober 2025 geplant.

    Securitize erreichte unterdessen im dritten Quartal 2026 mit rund 5 Milliarden US-Dollar an verwalteten On-Chain-Assets einen neuen Branchenrekord. Das Unternehmen hatte Anfang Juli den Börsengang an der New York Stock Exchange vollzogen.

    Projekt oder UnternehmenAngabe
    Unterzeichnung der Absichtserklärung von Shinhan und Plume14. August 2026
    Verwaltetes Vermögen von Shinhan Asset Management133,6 Billionen Won
    Entsprechender Wert des Shinhan-VermögensEtwa 100 Milliarden US-Dollar
    Verwaltetes Vermögen des FOBXX727 Millionen US-Dollar
    Zusage für die CLO-Strategie1 Milliarde US-Dollar
    Vermögen von Janus Henderson im entsprechenden US-ETF-Segment30,07 Milliarden US-Dollar
    Live-Transaktionen der DTCCÜber 30 Unternehmen
    On-Chain-Assets von SecuritizeRund 5 Milliarden US-Dollar

    Infobox – ad-hoc-news.de: Shinhan und Plume testen einen tokenisierten Won-Fonds für Offshore-Investoren. Das Projekt konzentriert sich auf einen Won-Ultra-Kurzfrist-Anleihefonds sowie auf Whitelisting, Identitätsprüfung und Geldwäscheprävention.

    Tether dementiert Pläne für eine eigene Blockchain

    BeInCrypto und Yellow.com berichten übereinstimmend, dass Tether keine eigene Blockchain für USDT entwickelt und auch keine entsprechende Planung verfolgt. Tether-CEO Paolo Ardoino widersprach damit einer Analyse von CoinMarketCap, die Tether gemeinsam mit Stripe und Circle einem Stablechain-Vorstoß zugeordnet hatte.

    Ardoino erklärte, Tether bleibe agnostisch und unterstütze mehrere Transportebenen für seine Stablecoins. USDT soll damit weiterhin auf externen Blockchain-Netzwerken laufen, die nicht von Tether selbst kontrolliert werden.

    „Tether baut KEINE Blockchain und hat keine Pläne, eine zu bauen. Wir bleiben agnostisch und unterstützen viele Transportebenen für unsere Stablecoins.“

    Die Spekulationen waren aufgekommen, weil Tether die Projekte Plasma und Stable unterstützt. Stable richtet sich an institutionelle Kunden und verwendet USDT für Netzwerkgebühren. Plasma zielt stärker auf Retail-Kunden und sammelte in einem Token-Verkauf rund 373 Millionen US-Dollar ein.

    Die Unterstützung eines Netzwerks sei jedoch nicht dasselbe wie dessen Betrieb. Tether betreibe weder Stable noch Plasma selbst, heißt es in den Berichten.

    USDT bleibt auf Tron und Ethereum verteilt

    Der Großteil des USDT-Bestands wird laut BeInCrypto und Yellow.com weiterhin über Tron und Ethereum transportiert. CoinMarketCap schätzt, dass USDT-Halter jährlich rund 2,9 Milliarden US-Dollar an Gebühren an andere Blockchains zahlen.

    Eine eigene Blockchain könnte diese Gebühren theoretisch für Tether sichern. Das Unternehmen priorisiere stattdessen offenbar die breite Verteilung und die Liquidität des Stablecoins.

    Die Marktkapitalisierung von USDT wird in den Berichten mit 183 Milliarden US-Dollar beziehungsweise knapp 183 Milliarden US-Dollar angegeben. Die Nutzung mehrerer Netzwerke ermöglicht demnach Liquidität an vielen Handelsplätzen.

    Der Ansatz bietet Tether außerdem Flexibilität über verschiedene Netzwerke hinweg. Als Beispiel wird das Einfrieren von USDT-Beständen auf Tron in Abstimmung mit dem US Office of Foreign Assets Control genannt.

    Die Entscheidung fällt in eine Phase zunehmender Konkurrenz. Circle baut USDC in wichtigen Märkten aus und arbeitet an Arc, während Stripe mit Tempo eine eigene Infrastruktur für Stablecoin-Zahlungen entwickelt. In Europa steht Tether wegen MiCA-Regeln unter Druck; als Beispiel wird die Delistung von USDT bei Revolut genannt.

    Gleichzeitig erhielt Tether laut BeInCrypto in diesem Monat das erste saubere KPMG-Audit. Yellow.com bezeichnet die aktuelle Ausrichtung als Strategie, externe Netzwerke zu unterstützen, anstatt sie durch eine eigene Infrastruktur zu ersetzen.

    Im Artikel genannte AngabeWert
    Gebühren von USDT-Haltern an andere BlockchainsRund 2,9 Milliarden US-Dollar jährlich
    Marktkapitalisierung von USDT bei BeInCrypto183 Milliarden US-Dollar
    Marktkapitalisierung von USDT bei Yellow.comKnapp 183 Milliarden US-Dollar
    Plasma-Token-VerkaufRund 373 Millionen US-Dollar

    Infobox – BeInCrypto und Yellow.com: Tether dementiert Pläne für eine eigene Blockchain. USDT bleibt auf externen Netzwerken wie Tron und Ethereum verteilt; die Berichte nennen rund 2,9 Milliarden US-Dollar jährliche Gebühren und eine Marktkapitalisierung von 183 Milliarden US-Dollar beziehungsweise knapp 183 Milliarden US-Dollar.

    Einschätzung der Redaktion

    Die entscheidende Entwicklung ist nicht die Blockchain als Selbstzweck, sondern ihre zunehmende Einbettung in regulierte Finanzprozesse. Tokenisierte Fonds, digitale Register und automatisierte Abwicklungen können den operativen Aufwand senken, entfalten ihren wirtschaftlichen Wert aber erst bei ausreichender Liquidität, Rechtssicherheit und Interoperabilität.

    Der Konflikt zwischen offenen Netzwerken und geschlossenen Konsortiumslösungen wird deshalb strategisch relevant. Geschlossene Systeme erleichtern Kontrolle und Datenschutz, riskieren jedoch neue Insellösungen. Offene Basisschichten versprechen größere Vernetzung, bringen aber höhere Anforderungen an Governance, Compliance und Skalierbarkeit mit sich.

    Für Unternehmen bleibt damit eine nüchterne Kosten-Nutzen-Prüfung entscheidend. Solange belastbare Vergleichsdaten zum produktiven Einsatz fehlen, besteht die Gefahr, dass Pilotprojekte und hohe Investitionen schneller wachsen als der nachweisbare geschäftliche Nutzen.

    Infobox: Die Blockchain wird im Finanzsektor zunehmend zur Infrastruktur. Ihr Durchbruch hängt weniger von weiteren Pilotprojekten als von messbaren Effizienzgewinnen, regulatorischer Klarheit und funktionierender Interoperabilität ab.

    Quellen:

    Hinweis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf dieser Webseite

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    Der Hinweis auf fehlende aktuelle Vergleichsdaten trifft es für mich am besten, denn ohne messbare Einsparungen bleiben viele Tokenisierungsprojekte erstmal nur schicke Pilotprojekte.
    Spannend finde ich vor allem, dass hier nicht nur über Tokenisierung als Schlagwort gesprochen wird, sondern über ganz konkrete Abläufe wie Fondsregister, Repo-Geschäfte und die Übertragung von Sicherheiten. Gerade bei solchen Prozessen kann eine gemeinsame digitale Abwicklung wahrscheinlich wirklich Zeit sparen. Die fast sekundengenaue Zinsgutschrift klingt zwar erstmal etwas nach Marketing, aber wenn dadurch Abstimmungen und manuelle Buchungen wegfallen, kann sich das für große Institutionen durchaus rechnen.

    Trotzdem bleibt bei mir ein Fragezeichen, wie offen diese Systeme am Ende tatsächlich sein werden. Eine öffentliche Blockchain allein macht ein Finanzprodukt ja noch nicht frei zugänglich. Wenn jede Wallet vorher geprüft und freigeschaltet werden muss und die Rückgabe weiterhin an feste Zeiten gebunden ist, dann ist das eher eine digitalisierte Version der bestehenden Finanzwelt als eine völlig neue Revolution. Das ist nicht unbedingt schlecht, aber man sollte es eben auch nicht größer darstellen, als es ist.

    Beim Streit zwischen Ethereum und den Konsortiumsnetzwerken sehe ich beide Seiten. Banken brauchen Datenschutz, klare Verantwortlichkeiten und die Möglichkeit, bei Problemen einzugreifen. Gleichzeitig wäre es ziemlich ärgerlich, wenn am Ende jede große Bank ihre eigene kleine Blockchain-Insel baut und Vermögenswerte nur mit zusätzlichem Aufwand von einem System ins nächste übertragen werden können. Dann wäre ein Teil des versprochenen Effizienzgewinns direkt wieder verloren. Eine offene Basisschicht mit geschützten Anwendungen darüber klingt deshalb vernünftig, muss aber technisch und regulatorisch erstmal zuverlässig funktionieren.

    Auch Tethers Multi-Chain-Ansatz passt in dieses Bild. Keine eigene Blockchain zu betreiben, hält USDT flexibel und sorgt für eine breite Verteilung. Auf der anderen Seite entstehen dadurch Abhängigkeiten von mehreren Netzwerken und natürlich auch unterschiedliche Risiken. Für Nutzer ist es nicht immer leicht zu verstehen, auf welchem Netzwerk ein Token liegt, welche Gebühren anfallen und was bei einer Sperrung oder einem technischen Problem passiert. Die Wahl zwischen zentraler Kontrolle und maximaler Verteilung ist also auch hier nicht ganz so einfach.

    Was mir insgesamt fehlt, sind wirklich vergleichbare Zahlen. Es wird von Milliarden an tokenisierten Vermögenswerten, schnelleren Abwicklungen und niedrigeren Kosten gesprochen, aber oft fehlen die Werte davor und danach. Wie viele Minuten oder Stunden werden konkret eingespart? Wie hoch sind die Kosten pro Transaktion im laufenden Betrieb? Und wie viele Projekte schaffen es überhaupt aus der Testphase in den normalen Alltag? Ohne solche Angaben bleibt vieles schwer einzuordnen.

    Die vielen aktuellen Pilotprojekte zeigen aber immerhin, dass das Thema nicht mehr nur auf Konferenzen diskutiert wird. Jetzt müsste die Branche langsam zeigen, welche Lösungen dauerhaft tragfähig sind und nicht nur wegen eines großen Namens oder einer Pressemitteilung Aufmerksamkeit bekommen. Entscheidend wird am Ende wohl weniger die lauteste Blockchain sein, sondern diejenige, die sich möglichst unauffällig in bestehende Prozesse einfügt und dabei nachweisbar Geld und Zeit spart.

    LedgerLurch
    Interessant ist für mich vor allem der praktische Unterschied zwischen den ganzen Projekten. Tokenisierte Fonds klingen erstmal nach einem echten Fortschritt, gerade wenn Eigentumsübertragung, Zinsgutschrift und Abwicklung tatsächlich schneller laufen. Aber „fast sekundengenau“ ist noch kein Beweis, dass am Ende auch die Gesamtkosten sinken. Wenn weiterhin feste Rücknahmezeiten, geprüfte Wallets, KYC und mehrere technische Schnittstellen nötig sind, wird aus der versprochenen Einfachheit schnell wieder ein ziemlich komplexer Prozess.

    Bei den geschlossenen Konsortiumsnetzwerken bin ich ebenfalls zwiegespalten. Für Banken ist Kontrolle natürlich wichtig, und Datenschutz lässt sich in einem privaten Netzwerk vermutlich leichter organisieren. Andererseits entstehen dann womöglich genau die neuen Inseln, die man mit Blockchain eigentlich vermeiden wollte. Wenn jede große Bank und jeder Finanzplatz seine eigene Chain baut, muss am Ende wieder jemand die Systeme miteinander verbinden und abgleichen. Dann ist der Vorteil gegenüber einer klassischen, zentral koordinierten Infrastruktur zumindest nicht automatisch gegeben.

    Ethereum als offene Basisschicht klingt in der Theorie überzeugend, aber auch dort bleiben Gebühren, Skalierung, Datenschutz und regulatorische Fragen. Ein offenes Netzwerk ist nicht einfach deshalb besser, weil es offen ist. Für einen internationalen Fonds zählt am Ende, ob Transaktionen zuverlässig, rechtssicher und zu kalkulierbaren Kosten laufen. Die technische Eleganz dürfte vielen Finanzchefs erstmal weniger wichtig sein als die Frage, wer bei einem Fehler haftet und wie schnell eine gesperrte oder falsch übertragene Position korrigiert werden kann.

    Das Tether-Thema passt dazu ganz gut. Die Entscheidung gegen eine eigene Blockchain wirkt nachvollziehbar, weil USDT durch die Verteilung auf Tron, Ethereum und andere Netzwerke seine Reichweite und Liquidität behält. Gleichzeitig zeigt das aber auch, dass Multi-Chain nicht kostenlos und nicht völlig unkompliziert ist. Wenn jährlich Milliarden an Gebühren an fremde Netzwerke fließen, ist das zwar ein riesiger Kostenblock, aber ein eigenes Netzwerk würde dafür neue technische und regulatorische Risiken mitbringen. Tether kauft sich mit der breiten Verteilung vermutlich Flexibilität ein.

    Was mir insgesamt fehlt, ist eine einheitliche Rechnung. Wie viel Zeit und Personal spart ein tokenisierter Geldmarktfonds wirklich? Wie oft kommt es zu Fehlern, Verzögerungen oder manuellen Eingriffen? Und wie hoch sind die Kosten für Compliance, Verwahrung und die Anbindung an bestehende Systeme? Solange solche Zahlen nicht veröffentlicht werden, kann man eigentlich nur die Schlagzeilen vergleichen: Milliardenvolumen hier, Pilotprojekt dort, neue Partnerschaft nächste Woche.

    Die vielen Initiativen zeigen trotzdem, dass das Thema nicht mehr nur aus Konferenzfolien besteht. Gerade bei Geldmarktfonds, Staatsanleihen und Repo-Geschäften gibt es ziemlich naheliegende Anwendungsfälle. Der große Durchbruch dürfte aber nicht durch die Anzahl der Pilotprojekte kommen, sondern durch ein oder zwei Anwendungen, bei denen sich im normalen Betrieb eindeutig nachweisen lässt: Das ist schneller, billiger und weniger fehleranfällig als bisher. Bis dahin bleibt Tokenisierung spannend, aber eben auch ein Stück weit ein Versprechen.
    Bei den bisherigen Kommentaren wurde ja schon die fehlende Vergleichszahl genannt, deshalb will ich eher auf die ganzen Projekte und die versprochenen Einsparungen eingehen. Ich frage mich nähmlich, ob „schneller“ am Ende wirklich automatisch billiger bedeutet. Wenn ein Token sofort übertragen wird, aber dafür Wallets geprüft, Identitäten abgeglichen, verschiedene Systeme gewartet und dauernd neue Regeln eingehalten werden müssen, kann der Aufwand ja auch nur an eine andere Stelle verschoben werden. Das sieht man vieleicht besonders bei den Geldmarktfonds: technisch fast sekundengenau klingt schon beeindruckend, aber die Rückgabe ist trotzdem an feste Zeiten gebunden. Also ganz ohne altes Finanzsystem geht es offenbar doch nicht.

    Auch dieser Streit offen gegen geschlossen wirkt etwas wie die nächste Glaubensfrage in der Blockchainwelt. Die einen sagen Ethereum ist wie HTTP und alles müsse dort zusammenlaufen, die anderen wollen lieber kontrollierte Netzwerke, weil Banken nunmal nicht jede Transaktion für alle öffentlich machen können. Ich bin da kein Experte, aber ich glaube nicht, dass eine einzige offene Kette alle Probleme magisch löst. Datenschutz und Rückverfolgbarkeit gleichzeitig hinzubekommen ist bestimmt nicht so einfach, wie es in solchen Vergleichen klingt. Und wenn dann jede Bank noch ihre eigene „sichere“ Kette baut, hat man am Ende vielleicht genau wieder die vielen Insellösungen, die man eigentlich abschaffen wollte.

    Interessant finde ich deshalb Tethers Haltung. Keine eigene Blockchain zu bauen hört sich erstmal vernünftig an, weil der Stablecoin dadurch auf mehreren Netzwerken erreichbar bleibt. Andererseits macht das die Sache auch komplizierter, denn Tron, Ethereum und andere Systeme haben unterschiedliche Kosten, Geschwindigkeiten und Risiken. Wenn Tether sagt, man sei agnostisch, heißt das für mich auch ein bisschen: man möchte sich nicht festlegen und wartet ab, welches Netzwerk sich langfristig durchsetzt. Das kann klug sein, oder einfach nur bequem, je nachdem wie man es sehen will.

    Bei Shinhan und den ganzen Repo- und Fondsprojekten bin ich ebenfalls noch skeptisch. Ein Pilot mit Offshore-Investoren ist ja noch kein Beweis, dass normale Unternehmen oder Anleger davon wirklich profitieren. Solange die Teilnehmer vorher auf Whitelists kommen müssen und jede Wallet durch KYC und AML muss, ist das nicht ganz so frei und unkompliziert wie die Krypto-Werbung oft suggeriert. Vielleicht ist das aber auch garnicht der Punkt. Für Banken reicht es vermutlich schon, wenn intern weniger Daten doppelt eingetragen und abgeglichen werden müssen.

    Was mir in dem Artikel am meisten auffällt: Es gibt sehr viele beeindruckende Milliardenbeträge, aber kaum Angaben darüber, wieviel gegenüber einer normalen Abwicklung tatsächlich gespart wurde. 727 Millionen hier, 5 Milliarden On-Chain-Assets dort und eine Zusage über 1 Milliarde, das klingt natürlich nach Durchbruch. Aber verwaltetes Vermögen ist nicht automatisch eingesparte Kosten oder mehr Nutzen. Ein Projekt kann riesig sein und trotzdem ineffizient laufen, wenn die alte Infrastruktur daneben weiter betrieben werden muss.

    Am Ende wird sich wohl nicht die technisch coolste Blockchain durchsetzen, sondern das System, bei dem die Abrechnung zuverlässig funktioniert und der Wirtschaftsprüfer nicht jedesmal Schnappatmung bekommt. Erst wenn es unabhängige Zahlen zu Bearbeitungszeit, Fehlerquote, Gebühren und Personalaufwand gibt, kann man fair vergleichen. Bis dahin sind viele Meldungen eher eine Aufzählung von Partnerschaften und Pilotversuchen. Spannend ist es trotzdem, nur sollte man die Milliarden und großen Zukunftswörter nicht gleich mit bewiesenem Geschäftsnutzen verwechseln.

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