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Die Blockchain-Finanzwelt steht vor einem entscheidenden Praxistest: Während die KfW den Wechsel einer kompletten Anleihe-Infrastruktur erprobt und dabei fehlende Standards sichtbar werden, verarbeitet Tron Stablecoin-Transfers in dreistelliger Milliardenhöhe. Zugleich formiert sich mit Qivalis ein Bankenbündnis, das den Euro auf die Blockchain bringen will. Der Pressespiegel zeigt, wie technische Interoperabilität, digitale Zahlungsströme und Europas Stablecoin-Ambitionen den Markt prägen.
KfW wechselt bei Blockchain-Anleihe Registerführer und Infrastruktur
Die KfW hat bei ihrer dritten Blockchain-basierten Anleihe einen Infrastrukturwechsel während der Laufzeit durchgeführt. Wie das Presseportal am 24.09.2026 berichtet, wurden dabei erstmals in Deutschland sowohl der Registerführer als auch das Register und die zugrunde liegende Blockchain eines Kryptowertpapiers nach dem Gesetz über elektronische Wertpapiere gewechselt.
Der Wechsel erfolgte am 23. September. Die DekaBank übernahm die Registerführung von Cashlink, während das Register von der Polygon-Blockchain auf die Infrastruktur SWIAT übertragen wurde. SWIAT soll künftig Teil von Regulated Layer One (RL1), einer neuen Blockchain-Infrastruktur für den europäischen Finanzmarkt, sein.
Die DZ BANK blieb die sammeleingetragene Inhaberin der Anleihe. Für die Investoren änderte sich während des Härtetests nichts. Nach Kenntnis der KfW handelte es sich um den ersten Wechsel von Registerführer, Register und zugrunde liegender Blockchain während der Laufzeit eines Kryptowertpapiers in Deutschland.
Der Test machte zugleich deutlich, dass Polygon und SWIAT/RL1 derzeit unterschiedliche technische Standards verwenden. Deshalb konnten die bestehenden Anleihe-Token nicht direkt von einer Infrastruktur auf die andere übertragen werden. Stattdessen erzeugte die DekaBank als neuer Registerführer auf SWIAT neue Token, während Cashlink die Token auf Polygon im selben Zug löschte.
„Für den nächsten Entwicklungsschritt brauchen wir jetzt gemeinsame Standards und interoperable Systeme“, sagte KfW-Treasurer Tim Armbruster laut Presseportal.
Als weiteren Schritt kündigte die KfW an, für eine Zinszahlung im Dezember 2026 erstmals die neue Pontes-Pilotlösung des europäischen Zentralbanksystems zu nutzen. Diese ermöglicht die Abwicklung DLT-basierter Transaktionen in Zentralbankgeld. Zudem wurde die KfW in die Appia Contact Group aufgenommen, in der der Dialog zwischen der EZB und den Marktteilnehmern fortgesetzt wird.
Die dritte KfW-Krypto-Anleihe wurde am 9. Juni 2026 als Kryptowertpapier nach dem eWpG emittiert. Sie hat ein Volumen von 100 Mio. EUR und läuft bis zum 7. Dezember 2027.
Zusammenfassung: Der von der KfW gemeldete Härtetest zeigt, dass ein Wechsel zentraler Komponenten einer Blockchain-Anleihe während der Laufzeit möglich ist. Unterschiedliche technische Standards verhindern derzeit jedoch einen direkten Token-Transfer zwischen den Infrastrukturen.
FinanzBusiness: Technischer Wechsel möglich, Standards fehlen
Auch FinanzBusiness berichtet über den Test der KfW und hebt hervor, dass der Wechsel der Blockchain-Infrastruktur technisch möglich war. Zugleich stoße ein solcher Schritt derzeit auf Grenzen, weil gemeinsame Standards fehlen.
Der Bericht ordnet den Vorgang als Hinweis darauf ein, dass digitale Kapitalmarktprozesse zwar unter realen Bedingungen betrieben werden können, ihre weitere Skalierung aber von interoperablen Systemen abhängt. Die unterschiedlichen technischen Grundlagen der beteiligten Infrastrukturen erschweren den direkten Übergang bestehender digitaler Wertpapiere.
Im Mittelpunkt steht damit die Frage, wie elektronische Wertpapiere zwischen verschiedenen DLT-Systemen bewegt oder ersetzt werden können. Der KfW-Test diente nach den Angaben von FinanzBusiness dazu, den praktischen Ablauf eines solchen Wechsels zu erproben.
Infobox:Quelle: FinanzBusiness. Kernaussage: Der Infrastrukturwechsel ist technisch möglich, wird derzeit aber durch fehlende gemeinsame Standards begrenzt.
Tron wickelt wöchentlich Stablecoin-Transfers von 150 Milliarden bis 190 Milliarden US-Dollar ab
CryptoNews.net beschreibt Tron als Abwicklungsplattform für Stablecoins und als globale Zahlungsinfrastruktur. Das Netzwerk wurde im Jahr 2018 gestartet, begann als ERC-20-Token auf Ethereum und migrierte anschließend auf eine eigene unabhängige Blockchain.
Nach Darstellung der Quelle hat sich der wichtigste Anwendungsfall von Tron im Laufe der Zeit verändert. Während die Gründungsvision auf die Dezentralisierung der Inhaltsverteilung ausgerichtet war, steht heute insbesondere die Zahlungsabwicklung in Schwellenmärkten im Mittelpunkt, in denen niedrige Transaktionskosten und schnelle Abwicklung wichtiger seien als umfangreiche Programmierbarkeit.
Tron nutzt einen Delegated-Proof-of-Stake-(DPoS)-Konsensmechanismus. $TRX-Inhaber setzen ihre Token ein, um Stimmrechte zu erhalten, und wählen damit 27 Super Representatives. Diese Validatoren sind für die Blockproduktion und die Wartung des Netzwerks verantwortlich.
Der Anteil von $USDT auf Tron wird in dem Beitrag als ein wesentlicher Grund für die Bedeutung des Netzwerks genannt. Tron konkurriere damit weniger über DeFi-Innovationen oder Verbraucheranwendungen, sondern positioniere sich als digitale Zahlungsinfrastruktur für Dollar.
Laut dem Blockchain-Explorer von Tron näherten sich die wöchentlichen Transaktionszahlen zuletzt 100 Millionen Transaktionen pro Woche. Gleichzeitig sei die durchschnittliche On-Chain-Transaktionsgebühr auf etwa sieben Cent gesunken, was laut Quelle einem Mehrjahrestief entspricht.
Auch die Zahl der wöchentlich aktiven Adressen erreiche Rekordniveau. CryptoNews.net wertet dies als Hinweis auf eine breite und nachhaltige Nutzung. Das Volumen der Stablecoin-Transfers liege parallel dazu zuletzt bei etwa 150 Milliarden bis 190 Milliarden US-Dollar pro Woche.
| Bereich | Angabe aus der Quelle |
|---|---|
| Start von Tron | 2018 |
| Gewählte Super Representatives | 27 |
| Wöchentliche Transaktionen | nahezu 100 Millionen Transaktionen pro Woche |
| Durchschnittliche On-Chain-Transaktionsgebühr | etwa sieben Cent |
| Wöchentliches Stablecoin-Transfer-Volumen | etwa 150 Milliarden bis 190 Milliarden US-Dollar pro Woche |
In einem weiteren Chart vergleicht der Beitrag das tägliche DEX-Volumenverhältnis der Robinhood-Chain mit Solana. Das Verhältnis stieg am 4. September von 18 % auf ein Hoch von 97 %, fiel bis zum 20. September auf 34 % zurück und verzeichnete am 21. September einen Anstieg um 79 %.
Der $SOL-Preis kletterte währenddessen insgesamt um 65 % und seit dem Höhepunkt des Verhältnisses um 17 %. Laut CryptoNews.net zeigt dies, dass der Rückgang des relativen Volumens nicht auf einen $SOL-Preiseffekt zurückzuführen war.
Zusammenfassung: Tron wird laut CryptoNews.net vor allem als Zahlungs- und Stablecoin-Infrastruktur genutzt. Die Quelle nennt nahezu 100 Millionen Transaktionen pro Woche, eine durchschnittliche Gebühr von etwa sieben Cent sowie Stablecoin-Transfers von etwa 150 Milliarden bis 190 Milliarden US-Dollar pro Woche.
Qivalis will den Euro auf die Blockchain bringen
FinanzBusiness berichtet über das Konsortium Qivalis, das den Euro auf die Blockchain bringen will. Der Stablecoin-Wettbewerb nehme demnach an Fahrt auf, während US-Anbieter den Markt dominierten und Europas Banken mit Euro- und Dollar-Coins nachzögen.
Im Zentrum des Vorhabens steht ein Euro-Stablecoin. Qivalis-Chef Sell erläutert laut FinanzBusiness, warum das Konsortium auf einen Euro „on-chain“ setzt. Der Bericht stellt das Projekt in den Zusammenhang mit der zunehmenden Entwicklung digitaler Geldformen und der Beteiligung von Banken.
Der Titel des Beitrags verweist auf 37 Banken, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Die Initiative soll damit eine bankgetragene Alternative im Stablecoin-Wettbewerb schaffen und den Euro in blockchainbasierten Anwendungen nutzbar machen.
FinanzBusiness ordnet das Vorhaben zugleich in den europäischen Regulierungs- und Bankenmarkt ein. Während US-Anbieter bereits eine starke Stellung bei Stablecoins hätten, würden europäische Institute versuchen, eigene Lösungen für Euro- und Dollar-Coins zu entwickeln.
Infobox:Quelle: FinanzBusiness. Projekt: Qivalis will gemeinsam mit 37 Banken den Euro auf die Blockchain bringen. Marktumfeld: US-Anbieter dominieren, Europas Banken entwickeln Euro- und Dollar-Coins.
Einschätzung der Redaktion
Der KfW-Test ist ein wichtiger Praxisschritt für digitale Kapitalmärkte: Er zeigt, dass ein Infrastrukturwechsel rechtlich und operativ beherrschbar ist, legt aber zugleich die zentrale Schwachstelle offen. Ohne gemeinsame Standards bleibt die Skalierung fragmentiert, teuer und technisch aufwendig. Entscheidend wird daher nicht die einzelne Blockchain, sondern ihre Interoperabilität sein.
Kernaussage: Der Test bestätigt die grundsätzliche Machbarkeit, macht fehlende technische Standards jedoch zum wesentlichen Bremsfaktor.
Trons Entwicklung verdeutlicht, dass sich der Wettbewerb im Blockchain-Sektor zunehmend über reale Zahlungsnutzung statt über technische Vielseitigkeit entscheidet. Hohe Stablecoin-Volumina und niedrige Gebühren schaffen eine starke Marktposition, erhöhen aber zugleich die Abhängigkeit von einzelnen Anwendungsfällen, Token-Emittenten und regulatorischen Rahmenbedingungen.
Kernaussage: Tron gewinnt vor allem durch Zahlungsrelevanz; langfristige Stabilität hängt von dieser Nutzung und ihrer regulatorischen Belastbarkeit ab.
Qivalis besitzt strategische Bedeutung, weil ein bankgetragenes Euro-Angebot die europäische Zahlungs- und Finanzinfrastruktur enger mit Blockchain-Anwendungen verbinden könnte. Der Zusammenschluss von 37 Banken schafft potenziell Reichweite, muss aber bei Nutzerakzeptanz, Liquidität, technischer Zugänglichkeit und regulatorischer Klarheit gegen etablierte US-Anbieter bestehen.
Kernaussage: Ein gemeinsamer Euro-Stablecoin kann Europas digitale Währungssouveränität stärken, wenn aus institutioneller Zusammenarbeit tatsächlich breite Nutzung entsteht.
Quellen:
- KfW testet Wechsel der Blockchain-Infrastruktur
- KfW besteht "Härtetest" mit dritter Blockchain-Anleihe
- Digital Twin Parallels to Support the Blockchain in the Aec Sector
- Crypto Long & Short: Innerhalb der Blockchain, die wöchentlich 150 Milliarden Dollar an Stablecoins abwickelt
- 37 Banken, ein Ziel: Qivalis will den Euro auf die Blockchain bringen
- Großaktionär Endeavor Blockchain kauft Aktien von Big Digital Energy für 4.936 $



















