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XRP steht zwischen Fortschritten und Gegenwind: Während Ripple in Europa regulatorisch vorankommt, ETF-Zuflüsse anziehen und große Halter ihre Bestände ausbauen, bremsen die politische Unsicherheit um den US-CLARITY Act und ein schwacher Gesamtmarkt die Kursentwicklung. Welche Marken nun entscheidend sind und ob XRP den Widerstand bei 1,20 Dollar überwinden kann, zeigt der Pressespiegel.
XRP zwischen regulatorischen Fortschritten und politischer Blockade
Ripple baut seine regulatorische Präsenz in Europa aus, während der XRP-Kurs nahe wichtiger Unterstützungsmarken verharrt. Gleichzeitig sorgt der weiterhin unklare politische Fahrplan für den US-amerikanischen CLARITY Act für Zurückhaltung am Markt. Das berichten Börse Global, Börse Express, FinanzNachrichten.de und BTC-ECHO.
Die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA nahm Ripple Payments Europe gemeinsam mit 14 weiteren Unternehmen in ihr MiCA-Register auf. Dadurch stieg die Zahl der in der Europäischen Union vollständig zugelassenen Krypto-Dienstleister auf 294. Die Zulassung der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF ergänzt eine bereits bestehende E-Geld-Lizenz von Ripple und ermöglicht Dienstleistungen in 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums.
Nach Darstellung von Börse Global stammt die luxemburgische Genehmigung aus einer vorläufigen „Green Light Letter“, die acht Tage vor dem Ablauf der MiCA-Frist am 1. Juli ausgestellt wurde. Zum damaligen Zeitpunkt hatten rund 83 Prozent aller Krypto-Firmen in der Europäischen Union noch keine MiCA-Lizenz gesichert.
Die europäische Zulassung bedeutet jedoch nicht automatisch eine höhere Nachfrage nach XRP. Entscheidend sei vielmehr die tatsächliche Nutzung des XRP-Ledgers für Abwicklungen. Für den Stablecoin RLUSD steht laut Börse Global weiterhin eine separate Zulassung in der Europäischen Union aus.
| Aspekt | Angabe aus den Quellen |
|---|---|
| Vollständig zugelassene Krypto-Dienstleister in der EU | 294 |
| Passporting-Recht | 30 Länder des Europäischen Wirtschaftsraums |
| Anteil der Krypto-Firmen ohne MiCA-Lizenz zum genannten Zeitpunkt | rund 83 Prozent |
Zusammenfassung: Ripple hat in Europa regulatorische Fortschritte erzielt. Ein unmittelbarer Kurseffekt für XRP bleibt jedoch aus, weil die Zulassung nicht automatisch eine stärkere Nutzung des Tokens bedeutet.
CLARITY Act: Senatsabstimmung bleibt entscheidender Unsicherheitsfaktor
In den Vereinigten Staaten konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf den CLARITY Act. Das Gesetz würde XRP als digitale Ware beziehungsweise als Rohstoff einstufen und damit den regulatorischen Status des Tokens im Bundesrecht verankern. Für eine Weiterbehandlung im Senat werden 60 Stimmen benötigt.
Börse Express berichtet, dass ein Hearing des House Financial Services Committee am 17. Juli in New York keine Abstimmung brachte. Die Veranstaltung blieb eine Informationssitzung ohne Auswirkung auf den legislativen Status des Gesetzes. Der XRP-Kurs reagierte mit einem Rücksetzer auf 1,08 Dollar, was einem Minus von 2,7 Prozent binnen 24 Stunden entsprach.
Die erwartete Senatsabstimmung wurde in den Quellen unterschiedlich eingeordnet. Börse Express nennt ein Zeitfenster zwischen dem 27. Juli und dem 7. August, während FinanzNachrichten.de von einer Abstimmung ab dem 20. Juli beziehungsweise vor der Augustpause am 7. August berichtet. Senatorin Cynthia Lummis kündigte einen überarbeiteten Entwurf an.
Die politischen Verhandlungen werden insbesondere durch Streit über Ethikregeln erschwert. BTC-ECHO zitiert den demokratischen Senator Ruben Gallego mit den Worten:
„Letztendlich mangelt es uns an ethischen Grundsätzen. Es ist mir egal, was der Präsident sagt. Die Stimmen der Demokraten werdet ihr nicht bekommen.“
Gallego kritisiert, dass die aktuelle Fassung Donald Trump zu viel Spielraum für seine Krypto-Aktivitäten lasse. Der republikanische Senator Bernie Moreno bezeichnete die Ethikklausel dagegen als „die strengste, die jemals von einem Kongress verabschiedet wurde“.
Auch John Deaton, der Ripple unter anderem im Rechtsstreit mit der SEC vertrat, äußerte sich laut BTC-ECHO zur Verzögerung:
„Nach allem, was die Krypto-Branche in den letzten zehn Jahren durchgemacht hat, könnte der Clarity Act nun wegen ethischer Bedenken scheitern?“
Auf Polymarket fiel die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung laut Börse Global auf 32 Prozent. BTC-ECHO nennt dagegen eine Wahrscheinlichkeit von 42 Prozent für eine erfolgreiche Verabschiedung noch im laufenden Jahr. Ende Mai hatte der Wert laut Börse Global noch bei rund 54 Prozent gelegen.
Zusammenfassung: Der CLARITY Act bleibt der wichtigste politische Kurstreiber für XRP. Der notwendige parteiübergreifende Rückhalt wird durch den Streit über Ethik- und Verbraucherschutzregeln erschwert.
Partnerschaften und Netzwerkwachstum liefern positive Signale
Parallel zur politischen Unsicherheit erweitert Ripple sein Partnernetzwerk. Das Unternehmen trat als Premier-Mitglied der x402 Foundation unter dem Dach der Linux Foundation bei. Zu den genannten Premier-Partnern gehören Visa, Mastercard, Google und Stripe.
Der offene Standard soll es KI-Agenten ermöglichen, Zahlungen direkt über HTTP-Anfragen abzuwickeln. Menschliche Freigaben und Kreditkarten wären dafür nicht erforderlich. XRP und der Ripple-Stablecoin RLUSD sind laut Börse Express bereits technisch in das Protokoll integriert.
Transaktionen auf dem XRP-Ledger laufen nach Angaben von Börse Express in drei bis fünf Sekunden bei vorhersehbaren Gebühren ab. Das Netzwerk überschritt am 16. Juli beziehungsweise laut einer weiteren Quelle am 16. Juli die Marke von acht Millionen aktivierten Konten.
Die Zahl der aktivierten Konten steht allerdings einem Rückgang der täglichen Aktivität gegenüber. Die aktiven Adressen pro Tag fielen auf rund 25.350 und damit auf den zweitniedrigsten Wert des Jahres 2026.
| Netzwerk- und Partnerschaftsdaten | Angabe |
|---|---|
| Aktivierte Konten auf dem XRP Ledger | über acht Millionen |
| Transaktionsdauer | drei bis fünf Sekunden |
| Aktive Adressen pro Tag | rund 25.350 |
| Genannte Premier-Partner der x402 Foundation | Visa, Mastercard, Google und Stripe |
Zusammenfassung: Ripple meldet Fortschritte bei Partnerschaften und Netzwerknutzung. Die sinkende Zahl täglich aktiver Adressen zeigt jedoch, dass wachsende Kontenzahlen nicht automatisch mit höherer laufender Aktivität einhergehen.
ETF-Zuflüsse und Käufe großer Halter ohne deutliche Kursreaktion
Mehrere Quellen berichten von starken institutionellen Zuflüssen in XRP-ETF-Produkte. Börse Global nennt kumulierte Zuflüsse von rund 1,4 Milliarden US-Dollar, während Börse Express und FinanzNachrichten.de von rund 1,48 Milliarden Dollar sprechen.
Nach Angaben von FinanzNachrichten.de befinden sich etwa 900 Millionen XRP in entsprechender Verwahrung. Der Kurs habe von diesen Zuflüssen bislang kaum profitiert. Über einen Zeitraum von 30 Tagen verlor XRP laut Börse Global rund 8,15 Prozent.
Auch die Börsenreserven werden als Signal für eine mögliche Akkumulation großer Halter interpretiert. Die XRP-Bestände auf Binance sanken auf 2,61 Milliarden Token. Börse Express bezeichnete dies als den niedrigsten Stand seit Februar 2026, während FinanzNachrichten.de von einem Tiefstand seit sechs Monaten berichtet.
Börse Express zufolge kauften große Halter in der vergangenen Woche rund 70 Millionen XRP hinzu. Diese kontrollierten damit inzwischen 74,1 Prozent des Gesamtangebots. Sinkende Börsenreserven gelten in den Berichten als Hinweis darauf, dass Token von Börsen in private Wallets abfließen und damit möglicherweise weniger unmittelbar zum Verkauf bereitstehen.
| Marktdaten | Angabe aus den Quellen |
|---|---|
| Kumulierte XRP-ETF-Zuflüsse | rund 1,4 Milliarden US-Dollar; rund 1,48 Milliarden Dollar |
| XRP in entsprechender Verwahrung | etwa 900 Millionen XRP |
| XRP-Bestände auf Binance | 2,61 Milliarden Token |
| Zukäufe großer Halter in der vergangenen Woche | rund 70 Millionen XRP |
| Anteil des von großen Haltern kontrollierten Gesamtangebots | 74,1 Prozent |
Zusammenfassung: ETF-Zuflüsse, sinkende Börsenreserven und Käufe großer Halter sprechen in den Quellen für institutionelles Interesse. Der XRP-Kurs reagiert bislang jedoch nur begrenzt auf diese Nachfrageindikatoren.
XRP-Kurs bleibt zwischen 1,00 und 1,20 Dollar gefangen
Der XRP-Kurs bewegte sich laut den Berichten bei rund 1,09 bis 1,10 Dollar. Börse Global nennt einen Kurs von 1,09 US-Dollar und einen Wert von 1,01 US-Dollar als 52-Wochen-Tief. Börse Express beschreibt eine Handelsspanne zwischen 1,00 und 1,20 Dollar.
FinanzNachrichten.de berichtet, XRP habe rund 70 Prozent unter seinem Allzeithoch von 3,65 Dollar aus Juli 2025 gelegen. Der Kurs verlor innerhalb von 24 Stunden rund 2,7 Prozent. Der gesamte Kryptomarkt sank laut CoinDesk um 1,86 Prozent, während die Marktkapitalisierung auf 2,16 Billionen Dollar fiel.
Technisch liegt die Unterstützung bei 1,00 Dollar. Der Widerstand wird im Bereich von 1,18 bis 1,20 Dollar genannt. Ein Tagesschluss über 1,14 Dollar könnte laut Börse Express beziehungsweise FinanzNachrichten.de Raum bis zur oberen Widerstandszone eröffnen. Ein Bruch unter 1,00 Dollar könnte den Weg Richtung 0,90 Dollar freimachen.
Der 14-Tage-RSI notiert laut Börse Express bei 53 und zeigt damit neutrale Bedingungen. XRP hält sich über dem 200-Tage-Durchschnitt bei 1,0991 Dollar. Als weitere Schlüsselmarke wird 1,1175 Dollar genannt.
| Technische beziehungsweise marktbezogene Marke | Wert |
|---|---|
| Aktueller Kursbereich | rund 1,09 bis 1,10 Dollar |
| Unterstützung | 1,00 Dollar |
| Möglicher nächster Abwärtsbereich | 0,90 Dollar |
| Widerstand | 1,18 bis 1,20 Dollar |
| Schlüsselmarke für eine Trendwende | 1,1175 Dollar |
| 200-Tage-Durchschnitt | 1,0991 Dollar |
| 14-Tage-RSI | 53 |
Zusammenfassung: XRP befindet sich laut den Quellen in einer engen technischen Handelsspanne. Die Marke von 1,00 Dollar gilt als zentrale Unterstützung, während ein nachhaltiger Anstieg über 1,14 Dollar beziehungsweise 1,18 bis 1,20 Dollar als positives Signal gewertet wird.
Standard Chartered senkt XRP-Kursziel
Standard Chartered reduzierte sein Jahresendziel für XRP laut Börse Express und FinanzNachrichten.de von 8,00 auf 2,80 Dollar. Als Begründung wird die wiederholte Verschiebung der Senatsabstimmung über den CLARITY Act genannt.
Gleichzeitig rechnet Standard Chartered im Fall einer Verabschiedung des Gesetzes mit XRP-ETF-Zuflüssen zwischen 4 und 8 Milliarden Dollar. Diese Zuflüsse könnten die aktuelle Marktkapitalisierung von 68 Milliarden Dollar spürbar bewegen.
Die unterschiedlichen Einschätzungen verdeutlichen den Einfluss des Gesetzgebungsverfahrens auf die XRP-Prognosen. Ohne politische Klarheit bleibt der Kurs in der genannten Spanne gefangen, während ein erfolgreicher Abschluss des Gesetzes als möglicher Katalysator für zusätzliche ETF-Nachfrage gilt.
Zusammenfassung: Das XRP-Kursziel wurde von 8,00 auf 2,80 Dollar gesenkt. Gleichzeitig werden bei einer Verabschiedung des CLARITY Act ETF-Zuflüsse zwischen 4 und 8 Milliarden Dollar erwartet.
Bitcoin und Gesamtmarkt unter Druck
Die schwache XRP-Kursreaktion fällt in ein belastetes Marktumfeld. FinanzNachrichten.de berichtet, dass Bitcoin am 17. Juli unter 63.000 Dollar beziehungsweise auf ein Tagestief von rund 62.500 Dollar rutschte.
Als Belastungsfaktoren werden US-Luftangriffe auf Iran und ein globaler Chip-Selloff genannt. Der Fear-and-Greed-Index lag laut FinanzNachrichten.de bei 27. Börse Express berichtet für den XRP-Markt von einem Rückgang des Index auf 31 Punkte.
Der globale Risikoabbau erfasste auch den Kryptomarkt. Laut FinanzNachrichten.de sank dessen Kapitalisierung auf 2,16 Billionen Dollar. XRP bewegte sich dabei weitgehend im Gleichschritt mit dem Gesamtmarkt.
Zusammenfassung: Geopolitische Risiken und ein globaler Chip-Selloff belasteten Bitcoin und den Kryptomarkt. Die allgemeine Risikoaversion erschwerte eine positive Kursreaktion von XRP trotz regulatorischer und institutioneller Nachrichten.
Einschätzung der Redaktion
Die entscheidende Erkenntnis ist die wachsende Kluft zwischen strukturellem Fortschritt und kurzfristiger Marktwirkung. Ripple verbessert seine regulatorische Position und baut reale Anwendungsfelder auf, doch diese Entwicklung erzeugt erst dann nachhaltigen Wert für XRP, wenn sie sich in messbarer Ledger-Nutzung und dauerhaftem Transaktionsvolumen niederschlägt.
Der CLARITY Act bleibt deshalb der zentrale Unsicherheitsfaktor. Solange der politische Prozess blockiert ist, dürfte XRP trotz institutioneller Nachfrage und sinkender Börsenbestände anfällig für Rückschläge bleiben. Ein Scheitern oder eine weitere Verzögerung würde das Vertrauen in die kurzfristige Neubewertung belasten; eine Verabschiedung könnte dagegen einen starken Nachfrageimpuls auslösen.
Infobox: Die langfristige Ausgangslage verbessert sich, kurzfristig dominieren jedoch politische Unsicherheit, begrenzte Netzwerkauslastung und die technische Unterstützung bei 1,00 Dollar.
Quellen:
- XRP: 32 Prozent für CLARITY Act
- XRP: Stillstand trotz Visa-Deal
- Krypto News am 18. Juli 2026 - XRP hält 1,10 Dollar während Bitcoin unter 63.000 Dollar rutscht
- XRP: Wale kaufen trotz Flaute
- XRP Prognose im Juli 2026 hängt am CLARITY Act und dem Kampf um die 1-Dollar-Marke
- XRP-Anwalt warnt: Dann stirbt das Krypto-Gesetz



















