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Bitcoin steht zwischen langfristigen Kursfantasien, wachsender institutioneller Zugänglichkeit und deutlichen Warnungen vor Volatilität und Totalverlust. Während Bitwise und Galaxy neue Höchststände für möglich halten, zeigen nervöse Kleinanleger und zurückhaltende Großinvestoren, wie angespannt die Marktlage bleibt. Der Pressespiegel beleuchtet die wichtigsten Prognosen, Risiken und Entwicklungen rund um die Kryptowährung.
Bitcoin zwischen Langfristfantasie, Warnungen und nervösen Marktteilnehmern
Bitwise sieht Bitcoin bei 1,6 Millionen USD im Jahr 2036
Yahoo Finanzen Deutschland berichtet über eine Prognose von Bitwise, nach der der Bitcoin-Kurs bis 2036 auf 1,6 Millionen USD steigen könnte. Das entspräche etwa dem 19-Fachen des Startpreises von 83.557 USD.
Der größte Teil dieser Bewertung hängt laut dem Bericht davon ab, dass Bitcoin ein Viertel des Marktes für Wertaufbewahrung erobert, den sich die Kryptowährung mit Gold teilt. Dieses Segment umfasst im Modell rund 27,5 Billionen USD von insgesamt 33,6 Billionen USD und steht damit für ungefähr 82% des für 2036 prognostizierten Bitcoin-Werts.
Bitwise berechnet das Kursziel über ein Modell für den insgesamt adressierbaren Markt. Dabei wird die Größe potenzieller Märkte ermittelt, eine Marktdurchdringungsrate angenommen und das Ergebnis durch das vollständige Angebot von 21 Millionen Coins geteilt.
Der kombinierte Gold- und Bitcoin-Markt soll nach den Annahmen von Bitwise von 31,1 Billionen USD auf 109,8 Billionen USD bis 2036 wachsen. Im Basisszenario erhält Bitcoin 25% dieses Marktes. Beim Startkurs werden die aktuell 20,1 Millionen im Umlauf befindlichen Bitcoins mit etwa 1,7 Billionen USD bewertet, was rund 5% des heutigen Marktes von 31,1 Billionen USD entspricht.
Die sechs weiteren Märkte des Modells, darunter institutionelle Portfolios und nationale Treasury-Reserven, tragen zusammen nur etwa 6 Billionen USD bei. Bitwise hebt außerdem die wachsende Verbindung zwischen Bitcoin und Gold hervor: Die 90-Tage-Korrelation erreichte am 11. September einen Rekordwert von 0,58. Für die nächsten zehn Jahre wird im Modell eine Korrelation von 0,21 angenommen, verglichen mit einem Zehnjahresdurchschnitt von 0,11.
„Wir erwarten, dass sich diese Beziehung im Laufe der Zeit hält und vertieft, weil das Bewusstsein für Bitcoins Eigenschaften als Wertaufbewahrung weiter steigt“, heißt es im Bericht.
Im bärischen Szenario sinkt der Marktanteil bei Wertaufbewahrung auf 2,5%, während alle anderen Märkte mit null bewertet werden. Daraus ergibt sich ein Bitcoin-Kurs von 130.686 USD im Jahr 2036 und eine jährliche Rendite von 4,6%.
Zum Zeitpunkt des Berichts notierte Bitcoin bei 79.902 USD, was einem Rückgang von 1,12% in den letzten 24 Stunden entsprach. Bitwise kalkuliert im Basisszenario mit einer jährlichen Rendite von 34,3%, während JPMorgan für 2036 im Basisszenario eine jährliche Rendite von 10% annimmt.
Als Risiken nennt Bitwise Quantencomputing, mathematische KI-Fortschritte und regulatorische Änderungen. Die größte Schwankung des Modells hängt laut Yahoo Finanzen Deutschland jedoch davon ab, wie viel von der Rolle des Goldes bis 2036 an Bitcoin übergeht.
Zusammenfassung: Bitwise’ Prognose von 1,6 Millionen USD basiert maßgeblich auf Bitcoins möglicher Übernahme eines Viertels des gemeinsamen Wertaufbewahrungsmarktes mit Gold. Im bärischen Szenario werden 130.686 USD für 2036 genannt.
Anlageberater warnt vor fehlendem realem Gegenwert
Der Merkur stellt ein Gespräch mit Christian Hagemann vor, dem Geschäftsführer beim Verband Deutsche Honorarberatung. Der unabhängige Anlageberater erklärt darin, was Kryptowerte sind und warum er seinen Kunden nicht zum Kauf raten würde.
Hagemann beschreibt Kryptowerte als digitale Darstellungen von Werten oder Rechten, die auf einer Blockchain oder einer ähnlichen Technik gespeichert und übertragen werden. Bitcoin sei als dezentrales Zahlungssystem entwickelt worden; seine Menge sei nach den geltenden Protokollregeln auf 21 Millionen begrenzt.
Diese Begrenzung gelte jedoch nicht für alle Kryptowerte und garantiere keinen Schutz vor Inflation. Nach einer Auswertung von Juni 2018 bis Juni 2026 lag die jährliche Volatilität von Bitcoin bei etwa 60 Prozent, während sie beim S&P 500 bei 19 Prozent lag. Der Merkur bezeichnet dies als ungefähr das Dreifache.
Bei klassischen Anleihen könnten Anleger laut Hagemann vertraglich vereinbarte Zins- und Rückzahlungen heranziehen, bei Aktien die erwarteten Unternehmensgewinne. Bei Kryptowährungen wie Bitcoin fehlten solche Zahlungsansprüche. Der Preis hänge daher von Angebot und Nachfrage ab, insbesondere vom Vertrauen in Knappheit und künftige Nutzbarkeit.
„Im Gegensatz zu Aktien und Immobilien gibt es auch keinen realen Gegenwert.“
Hagemann warnt, dass ein nachlassendes Interesse zu erheblichen Verlusten bis hin zum Totalverlust führen könne. Wenn viele Anleger gleichzeitig große Mengen verkaufen wollten und Käufer zu den bisherigen Preisen fehlten, könne der Kurs massiv einbrechen.
Auch staatliche Regulierung könne die Nachfrage beeinflussen. In Deutschland liege derzeit ein Entwurf zur Reform der Besteuerung bestimmter Kryptowerte vor, die Einführung neuer Regeln sei aber noch nicht beschlossen. Nach geltendem Recht seien Gewinne aus dem privaten Verkauf direkt gehaltener Bitcoin nach mehr als einem Jahr grundsätzlich steuerfrei.
Als Alternative zu Bitcoin nennt Hagemann Gold zur Diversifizierung eines Depots. Bei Bitcoin wolle er sich nicht auf eine vergleichbare Schutzwirkung verlassen, da Kryptowerte im Vergleich zu Gold erst seit kurzer Zeit am Markt seien und eine entsprechende Rolle als Krisenschutz nicht verlässlich belegt sei.
Hagemann empfiehlt klassische Anlagen wie Aktien, Anleihen, Gold und Immobilien, jeweils passend zu Anlageziel, Zeithorizont und Risikotragfähigkeit. Wenn ein Kunde dennoch auf Kryptowerten bestehe, würde er persönlich nicht mehr als fünf Prozent des frei verfügbaren Anlagevermögens einsetzen. Diese Grenze bezeichnet er als persönliche Obergrenze und nicht als allgemeine Empfehlung.
Zusammenfassung: Der Merkur verweist auf die hohe Volatilität, fehlende Zahlungsansprüche und das Risiko erheblicher Verluste. Christian Hagemann nennt fünf Prozent des frei verfügbaren Anlagevermögens als persönliche Obergrenze, falls Kunden dennoch in Kryptowerte investieren wollen.
Der Aktionär: Bitcoin bewegt sich um 80.000 Dollar
Der Aktionär berichtet über eine vorsichtige Erholung an den US-Börsen. Der Nasdaq 100 und mehrere zuvor schwache Technologiewerte legten zu, während offen blieb, ob daraus eine nachhaltige Trendwende entsteht.
Im Mittelpunkt stand der Zinsentscheid der US-Notenbank. Die Märkte rechneten überwiegend mit unveränderten Leitzinsen, entscheidend sollten laut Der Aktionär jedoch die Aussagen zum weiteren Kurs sein.
Bei den Einzelwerten sorgte Seagate mit starken Quartalszahlen für Aufmerksamkeit, geriet nachbörslich aber deutlich unter Druck. Robinhood meldete ebenfalls überzeugende Kennzahlen, worauf die Börse zunächst mit Abschlägen reagierte. Tempus AI und Nebius konnten dagegen kräftig zulegen.
Tesla setzte seine Erholung fort und rückte nach dem Anstieg über einen wichtigen Widerstandsbereich erneut in den Blickpunkt. Bitcoin bewegte sich weiterhin um die Marke von 80.000 Dollar.
Die Sendung „Märkte & Trends“ analysierte laut Der Aktionär, wie der Fed-Entscheid, Unternehmenszahlen und die Entwicklung großer Technologiewerte die nächste Marktbewegung beeinflussen könnten. Bitcoin wurde dabei gemeinsam mit Tesla, Robinhood, Nebius, Tempus AI und Seagate betrachtet.
Zusammenfassung: Der Aktionär beschreibt eine vorsichtige Erholung an den US-Märkten und einen Bitcoin-Kurs um 80.000 Dollar. Die weitere Entwicklung soll insbesondere von der US-Notenbank, Unternehmenszahlen und großen Technologiewerten abhängen.
Sparkassen schalten Krypto-Funktion in der App frei
CHIP berichtet, dass die Sparkassen eine neue Funktion in ihrer App freischalten, mit der Kundinnen und Kunden Geld in Kryptoanlagen wie Bitcoin und Ethereum investieren können. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband bestätigte das Angebot gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.
Zum Start steht die Funktion bei den ersten teilnehmenden Sparkassen zur Verfügung. Pro Monat sollen 30 bis 40 weitere Häuser dazukommen; im ersten Halbjahr 2027 soll ein Großteil der interessierten Sparkassen angebunden sein.
Vorgesehen sind zunächst Bitcoin, Ethereum, Ripple, Solana und Polygon. Das Angebot richtet sich an Kundinnen und Kunden, die Kryptowährungen eigenständig kaufen, verkaufen und verwahren möchten. Eine Beratung oder aktive Bewerbung durch die Sparkassen in der Breite ist laut CHIP nicht vorgesehen.
Einen einheitlichen bundesweiten Starttermin gibt es nicht. Das Angebot wird vom Sparkassen-Wertpapieranbieter Dekabank bereitgestellt und Schritt für Schritt für weitere Sparkassen-Kunden freigeschaltet.
Ziel des Angebots ist laut DSGV, Kunden, die sich bewusst für Krypto entscheiden, einen Zugang in einem regulierten Umfeld zu ermöglichen. Die Verwahrung der Kryptowerte übernimmt die Dekabank in Kooperation mit der Börse Stuttgart.
Die Sparkassen betonen zugleich die Risiken. Kryptowährungen blieben aus ihrer Sicht hochspekulative Anlagen. Kunden würden ausdrücklich auf starke Kursschwankungen und das Risiko eines Totalverlusts hingewiesen.
„Kryptowährungen bleiben aus Sicht der Sparkassen hochspekulative Anlagen.“
Für die breite langfristige Vermögensbildung stünden weiterhin Wertpapieranlagen, Sparpläne und Beratung im Vordergrund. CHIP ordnet das Angebot in eine Entwicklung ein, in der neben Smartphone-Banken wie N26, Trade Republic und Revolut zuletzt auch Volksbanken in das Geschäft mit Kryptowährungen eingestiegen sind.
Zusammenfassung: Die Sparkassen führen schrittweise eine App-Funktion für Bitcoin, Ethereum, Ripple, Solana und Polygon ein. Gleichzeitig warnen sie ausdrücklich vor starken Kursschwankungen und einem möglichen Totalverlust.
BTC-ECHO: Kleinanleger werden nervös, Bitcoin-Wale halten sich zurück
BTC-ECHO berichtet von einem ungewöhnlichen Bild auf den Krypto-Börsen. Während Kleinanleger zunehmend mehr Bitcoin einzahlen und damit möglicherweise Verkäufe vorbereiten, halten sich große Investoren auffällig zurück.
Der Bitcoin-Kurs habe zuletzt wieder deutlich nachgegeben, notiere aber weiterhin über dem Einstandskurs kurzfristiger Trader. Neue On-Chain-Daten sollen zeigen, wie sich das Verhalten der verschiedenen Marktteilnehmer unterscheidet und an welcher Kursmarke sich die nächste größere Korrektur entscheiden könnte.
Im Mittelpunkt steht damit die Frage, ob Käufer eine größere Korrektur noch verhindern können. BTC-ECHO beschreibt die zunehmenden Einzahlungen von Kleinanlegern als mögliches Signal für Verkaufsabsichten, während die Zurückhaltung großer Investoren auf eine abwartende Marktphase hindeutet.
Zusammenfassung: Laut BTC-ECHO nimmt die Nervosität unter Kleinanlegern zu, während große Investoren ruhig bleiben. Die weitere Entwicklung hängt davon ab, ob Käufer eine größere Korrektur verhindern können.
Galaxy sieht neues Bitcoin-Allzeithoch in Reichweite
Ariva berichtet über eine optimistische Einschätzung des US-Finanzdienstleisters Galaxy. Das Unternehmen hält den Bärenmarkt für beendet, empfiehlt den Kauf von Bitcoin und sieht 125.000 US-Dollar wieder als erreichbar an.
Nach Einschätzung von Galaxy-Researchchef Alex Thorn lag der Tiefpunkt von Bitcoin Ende Juni bei 58.500 US-Dollar. Vergleichbare Phasen hätten in der Vergangenheit häufig den Grundstein für einen neuen Aufwärtstrend gelegt.
Galaxy verweist außerdem auf ein charttechnisches Signal. Nach 44 Wochen unter dem gleitenden 50-Wochen-Durchschnitt eroberte Bitcoin die Trendlinie im September zurück; anschließend folgten fünf Wochenabschlüsse in Folge oberhalb dieser Marke.
In vier von Galaxy verglichenen Erholungsphasen nach längeren Schwächeperioden erreichte Bitcoin innerhalb von 33 bis 83 Wochen wieder sein vorheriges Allzeithoch. Diese historischen Vergleiche bilden einen wesentlichen Teil der optimistischen Argumentation.
Auch die Nachfrage nach börsengehandelten Bitcoin-Produkten wird als stabilisierender Faktor genannt. Seit dem Kurstief im Juni erhöhten die US-Spot-Bitcoin-ETFs ihre Bestände insgesamt um 87.000 BTC.
Gleichzeitig gingen die Netto-Longpositionen von Vermögensverwaltern in Bitcoin-Futures an der CME seit dem Rekordhoch um 57 Prozent zurück. Galaxy bewertet den Rückgang der spekulativen Aktivität positiv, weil weniger spekulatives Kapital den Markt weniger anfällig für kurzfristige Kursschwankungen machen könnte.
Als weiteren möglichen Kurstreiber nennt Galaxy die angespannte Haushaltslage der USA. Die US-Staatsverschuldung belief sich laut der Analyse zuletzt auf 40,44 Billionen US-Dollar, das Defizit des Haushaltsjahres 2026 auf 1,99 Billionen US-Dollar.
Steigende Zinskosten könnten den Druck auf die US-Währung erhöhen und die Attraktivität von Bitcoin mit seinem begrenzten Angebot stärken. Galaxy sieht deshalb ein neues Allzeithoch in Reichweite und hält 125.000 US-Dollar für erreichbar.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Tiefpunkt Ende Juni | 58.500 US-Dollar |
| US-Spot-Bitcoin-ETFs seit dem Kurstief | 87.000 BTC |
| Rückgang der Netto-Longpositionen | 57 Prozent |
| US-Staatsverschuldung | 40,44 Billionen US-Dollar |
| Defizit des Haushaltsjahres 2026 | 1,99 Billionen US-Dollar |
| Von Galaxy genanntes Kursziel | 125.000 US-Dollar |
Zusammenfassung: Galaxy sieht den Bärenmarkt als beendet und verweist auf technische Signale, ETF-Zuflüsse sowie eine geringere spekulative Aktivität. Das Unternehmen hält 125.000 US-Dollar für erreichbar.
Einschätzung der Redaktion
Die zentrale Bedeutung liegt in der wachsenden institutionellen Akzeptanz von Bitcoin bei gleichzeitig unverändert hoher Unsicherheit. Dass Banken den Zugang erleichtern, kann die Nachfrage und Marktbreite stärken, beseitigt aber weder die extreme Volatilität noch das Risiko eines Totalverlusts.
Die Kursziele bis 2036 sind daher vor allem als Szenarien zu verstehen: Sie hängen maßgeblich davon ab, ob Bitcoin dauerhaft die Funktion eines digitalen Wertspeichers etabliert. Kurzfristig dürften Anlegerverhalten, Liquidität und geldpolitische Signale deutlich wichtiger sein als langfristige Modellannahmen.
Infobox: Entscheidender Punkt: Mehr Zugang und institutionelles Interesse verbessern die Marktinfrastruktur, machen Bitcoin jedoch nicht zu einer risikoarmen Anlage.
Quellen:
- Bitwise prognostiziert 1,6 Millionen USD Bitcoin-Kurs bis 2036: Kann Gold den Ausschlag geben?
- Anlageberater warnt vor Krypto: „Kein realer Gegenwert"
- Tech im Plus - Korrektur beendet? Tesla, Robinhood, Nebius, Tempus AI, Seagate, Bitcoin im Check
- Kunden könnten „Totalverlust“ erleben: Sparkassen-App mit neuer Funktion
- Bitcoin-Wale halten still – doch Kleinanleger werden nervös
- Bitcoin: Galaxy sieht neues Allzeithoch in Reichweite

















