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Die US-Börsenaufsicht prüft Blockchain-Register und Wallet-Adressen für tokenisierte Aktien – während ein Bitcoin-Fork kaum Unterstützung findet und neue Impulse für die Verbindung von Blockchain und KI entstehen. Der aktuelle Pressespiegel zeigt, wie Regulierung, Marktstress und technologische Innovation die Krypto- und Blockchain-Branche im September 2026 prägen.
SEC erwägt Blockchain-Register und Wallet-Adressen für tokenisierte Aktien
Die US-Börsenaufsicht SEC prüft eine Modernisierung ihrer Regeln für sogenannte Transfer Agents. Nach Angaben von BTC-ECHO stammen die geltenden Vorgaben aus den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren und wurden seitdem nicht grundlegend modernisiert.
Transfer Agents führen Aufzeichnungen darüber, wem Aktien gehören, und unterstützen die Abwicklung von Wertpapiertransaktionen. SEC-Kommissarin Hester Peirce stellt zur Diskussion, ob künftig Wallet-Adressen zur Identifikation von Anlegern genutzt werden könnten und damit Namen und physische Anschriften teilweise ersetzen.
Der Vorstoß steht im Zusammenhang mit der zunehmenden Tokenisierung klassischer Finanzanlagen. Die SEC hatte bereits im Januar beschrieben, wie Aktien und andere Wertpapiere direkt auf einer Blockchain abgebildet werden können, und zugleich klargestellt, dass tokenisierte Aktien grundsätzlich unter das Wertpapierrecht fallen.
Nach der Veröffentlichung der vorgeschlagenen Regeln im Federal Register haben Marktteilnehmer 60 Tage Zeit, Stellung zu nehmen. Erst danach kann die Behörde über endgültige Regeln entscheiden.
„Wallet-Adresse statt Wohnanschrift?“ – BTC-ECHO zur möglichen künftigen Identifikation von Anlegern.
Zusammenfassung: Die SEC prüft neue Regeln für Transfer Agents, Blockchain-basierte Aktienregister und die mögliche Nutzung von Wallet-Adressen zur Anlegeridentifikation. Die vorgeschlagenen Regelungen sind noch nicht endgültig beschlossen; für Stellungnahmen gilt eine Frist von 60 Tagen.
Advanced Blockchain AG: Mathias Roch wird Aufsichtsratsvorsitzender
Die Advanced Blockchain AG hat Mathias Roch zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Die Mitteilung wurde am 2. September 2026 um 08:59 CET/CEST veröffentlicht und von boerse.de als EQS-News verbreitet.
Roch übernimmt das Amt von Rüdiger Andreas Günther, der seit August 2023 den Vorsitz innehatte und Mitglied des Gremiums bleibt. Mathias Roch gehört dem Aufsichtsrat seit September 2025 an.
Nach Angaben der Gesellschaft ist Roch Unternehmer und Investor mit über 30 Jahren Führungserfahrung. Er baute die Roch Group zu einem europäischen Marktführer für nachhaltige Infrastruktur-Services auf und ist seit 2013 als Business Angel aktiv, mit einem Schwerpunkt auf Blockchain und digitalen Vermögenswerten, insbesondere in Österreich.
Zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden wurde Andreas Appelhagen gewählt. Appelhagen ist selbständiger Investor und bei der Advanced Blockchain AG Aktionär, Gläubiger sowie Projektpartner.
Die personellen Veränderungen erfolgten im Nachgang der Hauptversammlung vom 27. August 2026. Nach Angaben der Gesellschaft wurden dort alle Beschlüsse mit deutlicher Mehrheit der Aktionäre verabschiedet, einschließlich der Genehmigung sämtlicher Kapitalia.
Die Advanced Blockchain AG bezeichnet sich als Investor und Innovationspartner in der Blockchain-Industrie. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben mit einem Netzwerk aus Analysten, Entwicklern, Programmierern, Wirtschaftswissenschaftlern und Mathematikern an der Entwicklung des Web 3.0.
Zusammenfassung: Mathias Roch ist seit dem 2. September 2026 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Advanced Blockchain AG. Andreas Appelhagen übernimmt den stellvertretenden Vorsitz, während Rüdiger Andreas Günther Mitglied des Gremiums bleibt.
Bitcoin-Hard-Fork von Luke Dashjr findet kaum Unterstützung
Ein von Luke Dashjr initiierter Bitcoin-Hard-Fork startete am 1. September, erhielt jedoch kaum Unterstützung durch Miner, Börsen und Händler. BeInCrypto berichtet, dass die neue BLAKE2b-Blockchain nur sehr wenig Hashrate anzog, während die Haupt-Blockchain von Bitcoin ohne Unterbrechung weiterlief.
Dashjrs Vorschlag BIP-110 sieht unter anderem vor, nicht-finanzielle Daten aus Bitcoin-Blöcken zu entfernen. Das Umfeld des Vorschlags bezeichnet das Hauptnetzwerk als „Spamcoin“, während die Mehrheit der Community die Abspaltung als unbedeutend betrachtete.
Der technische Kern des Forks ist der Wechsel des Mining-Algorithmus von SHA-256 zu BLAKE2b. Dadurch können die speziell entwickelten Geräte, die das Bitcoin-Netzwerk absichern, nicht auf die neue Blockchain zugreifen.
Eine frühere BIP-110-Blockchain starb laut BeInCrypto im August nach zwei Blöcken. Nach dem Start der neuen Abspaltung fiel die Rechenleistung ebenfalls rapide ab.
„Live by the fork, die by the fork.“ – Adam Back, CEO von Blockstream, auf X.
Die großen Börsen ignorierten den neuen Coin. Eine kleine Beta-Plattform ermöglichte Einzahlungen unter dem Kürzel BTCB2, da ein offizielles Symbol noch fehlte.
Bitcoin wechselte nahe 76.942 USD den Besitzer und lag damit etwa 1,33% innerhalb von 24 Stunden im Minus. BTCB2-Gebote lagen bei 82 USD, während das niedrigste Verkaufsangebot bei 190 USD lag; BeInCrypto beschreibt die daraus resultierende Spanne von 131,7% als Hinweis auf nahezu fehlende Handelsaktivität.
Zusammenfassung: Der am 1. September gestartete BLAKE2b-Fork erhielt kaum Hashrate und wurde von großen Börsen nicht gelistet. Die ursprüngliche Bitcoin-Blockchain lief weiter, während BTC nahe 76.942 USD gehandelt wurde.
Riot Platforms unter Druck: Renditen, Bewertung und Bitcoin-Schwäche
Der Aktienkurs von Riot Platforms verlor laut Börse Express am Handelstag 4,6 Prozent. Als Belastungsfaktoren nennt der Bericht steigende Renditen am US-Anleihemarkt, eine kritische Bewertung des Unternehmens und die allgemeine Unsicherheit im Kryptosektor.
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg auf 4,79 % und lag damit über dem bisherigen 52-Wochen-Hoch. Dieses Umfeld erschwert nach Einschätzung des Berichts die Finanzierung kapitalintensiver Projekte, wie sie Riot Platforms im Bereich der Mining-Infrastruktur betreibt.
Zudem wuchs die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve im laufenden Monat eine weitere Zinserhöhung vornehmen könnte. Medienberichten zufolge lag die von Beobachtern angenommene Wahrscheinlichkeit für einen solchen Zinsschritt bei rund 66 %.
Auch die fundamentale Bewertung rückte in den Mittelpunkt. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis der Aktie lag bei 10,6x, während Simply Wall St ein faires Verhältnis eher im Bereich von 4,4x sieht.
Die Aktie notierte bei 15,55 €. Charttechnisch identifizierte Analyst Viktoras Karapetjanc von Traders Union eine wichtige Unterstützung bei 16,94 US-Dollar; ein Unterschreiten könnte im US-Handel weiteres Abwärtspotenzial freisetzen.
Der Kurs lag unter den kurz- und mittelfristigen gleitenden Durchschnitten. Der negative Abstand zur 200-Tage-Linie betrug 3,8 %.
Als möglichen stabilisierenden Faktor nennt Börse Express die Freigabe zuvor gepfändeter Vermögenswerte. Dabei könnten zwischen 1.159 und 1.547 Bitcoins freigegeben werden. Gleichzeitig bleibe die kurzfristige Entwicklung an den Bitcoin-Preis gebunden, der unter 78.000 US-Dollar gefallen sei.
Zusammenfassung: Riot Platforms verlor 4,6 Prozent und notierte bei 15,55 €. Steigende US-Renditen von 4,79 %, ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 10,6x und ein Bitcoin-Preis unter 78.000 US-Dollar belasteten die Stimmung.
Franklin Templeton sieht Verbindung von Blockchain und KI-Infrastruktur
Franklin Templeton erwartet laut Bitcoin Foundation, dass sich der Wettbewerb im KI-Bereich zunehmend von einzelnen Modellen hin zur Infrastruktur verschiebt. Im Mittelpunkt steht eine sogenannte KI-Hebel-Schicht, die KI-Modelle mit Daten, Tools und Speicher verbindet.
Diese Software-Ebene könnte nach Darstellung der Quelle entscheiden, welches Modell für eine bestimmte Aufgabe am besten geeignet ist. Sie soll außerdem Kontext liefern, Werkzeuge anbinden und Informationen speichern können.
Franklin Templeton setzt dabei auf eine dezentrale On-Chain-Infrastruktur. Eine solche Lösung könnte mehrere Anbieter miteinander verbinden, ohne von einem einzelnen KI-Anbieter kontrolliert zu werden.
Blockchain könnte dadurch über die reine Übertragung von Werten hinausgehen und Teile der KI-Infrastruktur koordinieren. digitale Identitäten und Zugriffsrechte könnten On-Chain verwaltet werden, während Smart Contracts festlegen, welche Dienste ein KI-Agent nutzen darf.
Für Kryptowährungen ergäben sich mögliche Anwendungsbereiche bei Zahlungen, Zugangsrechten und wirtschaftlichen Anreizen. KI-Agenten könnten Informationen abrufen, Entscheidungen treffen, digitale Dienste nutzen, Zahlungen abwickeln oder Smart Contracts ansteuern.
Stablecoins könnten als digitaler, rund um die Uhr verfügbarer Zahlungsweg für automatisierte Zahlungen dienen. Die Bitcoin Foundation beschreibt Blockchain-Transaktionen in diesem Zusammenhang als international, programmierbar und unabhängig von Banköffnungszeiten.
Die Quelle betont zugleich, dass nicht jeder sogenannte AI-Coin automatisch profitieren werde. Entscheidend sei, ob ein Blockchain-Projekt tatsächlich nützliche Infrastruktur bereitstellt.
Zusammenfassung: Franklin Templeton sieht die Verbindung von KI-Agenten, Blockchain, On-Chain-Daten, digitalen Identitäten und programmierbaren Zahlungen als mögliches neues Wachstumsfeld. Der Fokus könnte sich von einzelnen KI-Modellen auf dezentrale Infrastruktur verlagern.
Tokenisierte Aktien: SEC-Vorschlag rückt Eigentumsnachweis ins Zentrum
CryptoTicker berichtet über einen Vorschlag der US-Börsenaufsicht SEC vom 1. September 2026, nach dem ein amtliches Aktienregister auf einer Blockchain geführt werden könnte. Damit steht zur Debatte, ob ein Token selbst als Eigentumsnachweis dienen kann und nicht lediglich als digitale Hülle für eine von einem Anbieter verwahrte Aktie.
Der Vorschlag ist laut CryptoTicker noch kein geltendes Recht und betrifft den US-Markt. Im Zentrum steht die Rolle des Transferagenten, der im Auftrag eines Emittenten das Verzeichnis darüber führt, wem welche Anteile an einer Aktiengesellschaft gehören.
Bei einem klassischen Direkteintrag steht der Name des Aktionärs beim Transferagenten im Register. In einer Verwahrkette ist dagegen ein Verwahrer eingetragen, während der Anleger einen Anspruch gegen seinen Broker hält. Bei vielen Aktien-Token erwirbt der Anbieter die echte Aktie, verwahrt sie und gibt einen Token aus, der die Position abbildet.
Nach Darstellung von CryptoTicker verbrieft ein solcher Token häufig einen schuldrechtlichen Anspruch auf den Gegenwert der hinterlegten Aktie. Stimmrechte, die Teilnahme an der Hauptversammlung und ein direkter Dividendenanspruch gegen die Aktiengesellschaft seien in der Regel nicht enthalten.
Mit einem Blockchain-basierten amtlichen Register könnte ein Token theoretisch der Registereintrag selbst sein. Der Vorschlag ändere jedoch nichts an den bereits bestehenden Verwahrketten oder an den Bedingungen der derzeit verbreiteten Produkte.
CryptoTicker nennt als mögliche Vorteile tokenisierter Aktien den Zugang zu US-Werten, die Teilbarkeit in kleinere Beträge, den Handel außerhalb der Börsenzeiten und eine Abwicklung in Sekunden. Zugleich weist die Quelle auf dünne Liquidität außerhalb der regulären Handelszeiten, breitere Spreads und einen stillstehenden Referenzkurs der zugrunde liegenden Aktie hin.
Ein Transferagent, der die Blockchain-Führung nutzt, soll nach dem beschriebenen Vorschlag offenlegen, wie viele tokenisierte Wertpapiere er führt und welche Blockchain-Netzwerke dafür verwendet werden. Zusätzlich seien neue Pflichten im Bereich der Cybersicherheit vorgesehen.
Die Kommentarfrist läuft nach Angaben der Quelle 60 Tage ab der Veröffentlichung im Federal Register. Ein konkretes Enddatum stehe deshalb noch nicht fest; bis zu einer endgültigen Regel könne der Text noch geändert werden.
Für deutsche Anleger ändere der US-Vorschlag zunächst nichts an Verfügbarkeit oder Rechten. Mittelbar könnte sich jedoch die Angebotslage verändern, wenn US-Registerführer Aktienbücher künftig On-Chain führen dürfen.
Zusammenfassung: Der SEC-Vorschlag vom 1. September 2026 betrifft die Frage, ob eine Blockchain als amtliches Aktienregister dienen kann. Für Anleger bleibt entscheidend, ob ein Token echtes Eigentum verbrieft oder lediglich einen Anspruch gegen den Emittenten darstellt.
Einschätzung der Redaktion
Die regulatorische Diskussion über Blockchain-Register ist der wichtigste strukturelle Impuls: Sie könnte tokenisierten Aktien langfristig echte Eigentumsqualität verleihen. Kurzfristig bleiben jedoch Verwahrung, Anlegerrechte, Liquidität und Cybersicherheit die entscheidenden Hürden.
Infobox: Hohe strategische Relevanz, aber noch keine unmittelbare Änderung für Anleger.
Der Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats kann der Advanced Blockchain AG zusätzliche Branchen- und Investorenexpertise geben. Entscheidend wird jedoch nicht die Personalie selbst sein, sondern ob daraus nachvollziehbare Projekte, belastbare Finanzierung und messbarer Unternehmenswert entstehen.
Infobox: Potenziell richtungsweisend, der praktische Beleg steht noch aus.
Der kaum unterstützte Hard-Fork bestätigt, dass technische Änderungen allein keine Akzeptanz schaffen. Ohne Miner, Börsen, Nutzer und ausreichende Liquidität bleibt eine Abspaltung wirtschaftlich nahezu bedeutungslos und stärkt im Ergebnis die Position des etablierten Netzwerks.
Infobox: Geringe Marktrelevanz; Netzwerkeffekte bleiben entscheidend.
Riot Platforms zeigt exemplarisch die doppelte Verwundbarkeit von Bitcoin-Minern: Sie leiden zugleich unter der Entwicklung des Bitcoin-Marktes und unter höheren Finanzierungskosten. Eine ambitionierte Bewertung erhöht dabei das Risiko, dass selbst moderate operative Belastungen überproportional auf den Aktienkurs durchschlagen.
Infobox: Hohes Risiko durch Zinsniveau, Bewertung und Bitcoin-Abhängigkeit.
Die Verbindung von Blockchain und KI ist vor allem dann überzeugend, wenn sie konkrete Probleme bei Identität, Zugriffsrechten und automatisierten Zahlungen löst. Der entscheidende Prüfstein bleibt die tatsächliche Nutzung der Infrastruktur; reine thematische Nähe zu KI dürfte keine nachhaltige Nachfrage erzeugen.
Infobox: Großes Zukunftspotenzial, aber klarer Fokus auf reale Anwendungen erforderlich.
Quellen:
- Diese SEC-Pläne könnten den Handel mit tokenisierten Aktien verändern
- EQS-News: Advanced Blockchain AG: Mathias Roch zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt - boerse.de
- Ein Bitcoin-Hard-Fork startete am 1. September: Miner, Börsen und Händler ignorierten ihn
- Riot Blockchain: Renditen belasten die Aktie
- Franklin Templeton setzt auf Blockchain für KI: Startet jetzt der nächste große Krypto-Trend?
- Tokenisierte Aktien: Wem gehört die Aktie im Register?



















